Josef Bierbichler

Mittelreich

© Suhrkamp Verlag, Berlin, 2011Josef Bierbichler: Mittelreich © Suhrkamp Verlag, Berlin, 2011 Autobiographisch? Natürlich ist dieses Buch nicht autobiographisch, sonst würde es ein lupenreines Mordgeständnis beinhalten und Josef Bierbichler müsste sofort ins Gefängnis. (…) Viel historische und erlebte Wirklichkeit ist in diesem Buch geronnen zu einem Werk, das, je mehr Bierbichler seine Phantasie einsetzt, zu einem mitreißenden Roman wird. „Mittelreich“ – so der Titel - spielt im Wesentlichen in jener Gastwirtschaft in Ambach am Starnberger See, in der Bierbichler geboren wurde und wo er aufwuchs. (…) In so einem Wirtshaus passiert im Laufe von achtzig Jahren allerhand, was sich lohnt, es festzuhalten. Die Familie selbst liefert ebenso Personal und Konflikte für Geschichten wie das Gesinde, die Mieter, die Urlaubsgäste, das Dorf drumherum. Bierbichler fügt diese Geschichten zu einer chronologisch geordneten Collage aus großen und kleinen Schicksalen zusammen. (…) Insofern ist „Mittelreich“ ein zeithistorischer Roman, eine Dorfgesellschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts. Und wie sagt man bei historischen Werken, wenn sie gelingen: Es ist ein großes Verdienst des Autors, dass er diese Geschichte rekonstruiert hat. Und das auch noch so blutvoll.

Rudolf Neumaier: „Die Untergeher“
© Süddeutsche Zeitung, 20. September 2011

Josef Bierbichler
Mittelreich
Suhrkamp Verlag, Berlin, 2011
ISBN 978–3–518–42268–7
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