Jan Brandt

Gegen die Welt

© DuMont Buchverlag, Köln, 2011Jan Brandt: Gegen die Welt © DuMont Buchverlag, Köln, 2011 …es ist die Tragödie eines unschuldig schuldig gewordenen Jungen: In den Mikrokosmos nordwestdeutscher Ländlichkeit hat Brandt, Jahrgang 1974, Daniel Kuper hineingeworfen. Sohn der hiesigen Drogistenfamilie. Sein junges Leben verbringt er mit Weltraum-Heften, Heavy Metal und einer besonderen Fantasie, die in Jericho schnell an ihre Grenzen gerät: „Das Dorf war überall. Das war die Erkenntnis, die sich langsam in ihm ausbreitete. Er müsste schon sehr weit laufen, sehr weit fahren, um zu entkommen. Aber was dann? Was dann? So weit reichte seine Vorstel­lungs­­­­kraft nicht aus." (…) Fasst man diese 900 Seiten so knapp zusammen, könnte man sie leichthin für einen etwas überdrehten Dorfjugendbericht halten, eine pubertäre Weltekelgeschichte. Wären da nicht die Konstruktion dieses Romans und seine Erzählweise, die nahelegen, dass es dem Autor Brandt weniger nur um Daniel Kuper geht als um die Dorfgemeinschaft, die hinter den märklinharmonischen Fassaden lebt. Jericho ist ein paradigmatischer Ort in Zeiten des Übergangs, vor Wiedervereinigung und Globalisierung.

David Hugendick: „Die Apokalypse in Sehrnahaufnahme“
© ZEIT ONLINE, 31. August 2011

Jan Brandt
Gegen die Welt
DuMont Buchverlag, Köln, 2011
ISBN 978–3–8321–9628–8
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