Jan Peter Bremer

Der amerikanische Investor

© Berlin Verlag, Berlin, 2011Jan Peter Bremer: Der amerikanische Investor © Berlin Verlag, Berlin, 2011 Die Situation erscheint alltäglich, und von irgendwem hat jeder schon einmal gehört, dass es so passiert: Das Haus, in dem man zur Miete wohnt, wird verkauft; die alteingesessenen Bewohner werden durch schikanöse Baumaßnahmen aus dem Haus getrieben; die luxussanierten Wohnungen von finanzstarken Neumietern besetzt. Gentrifizierung, so heißt das wohl. Sieht man überall, in Berlin ohnehin. Jan Peter Bremers neuem Roman liegt genau diese Konstellation zugrunde, doch wie von ihm zu erwarten, hat Bremer daraus nicht den Roman zum gesellschaftlichen Phänomen, sondern etwas ganz Eigenes, Skurriles, Versponnenes daraus gemacht. (…) Man mag das Buch auch als Ausdruck dessen lesen, was der Turbokapitalismus im Individuellen anzurichten in der Lage ist, doch das griffe zu kurz. Der Protagonist ist Schriftsteller; ein Schriftsteller mit schöpferischer Krise und Schreibblockade. Aber das ist nicht das einzige Problem: Zuvor hat ein amerikanischer Investor, so heißt es jedenfalls, das Haus gekauft; kurz darauf rücken in der Wohnung unter jener, in der der Schriftsteller mit Frau, Kindern und Hund lebt, die Handwerker an, reißen Teppiche und Wände heraus und verschwinden dann wieder. Zurück bleibt eine Baustelle.

Christoph Schröder: „Die Angst in der Badewanne“
© die tageszeitung, 3. September 2011

Jan Peter Bremer
Der amerikanische Investor
Berlin Verlag, Berlin, 2011
ISBN 978-3-8270-1035-3
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