Josef Haslinger

Jáchymov

© S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2011Josef Haslinger: Jáchymov © S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2011 Direkt wurde Bohumil Modrý nicht zum Tod verurteilt. Man konnte das subtiler erledigen: Als Zwangsarbeiter im Uranbergwerk Jáchymov wurde er einer Strahlendosis ausgesetzt, die ihn an Leukämie erkranken liess. Vor der staatlich angeordneten Zerstörung seiner Gesundheit war Modrý als Torwart der tschechoslowakischen Eishockey-Nationalmannschaft mehrfacher Welt- und Europameister geworden. 1950 endete die glanzvolle Karriere abrupt: Mit einem Grossteil der Mannschaft wurde er wegen Hochverrats zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. (…) Die nordböhmische Kleinstadt Jáchymov, die vor 1945 Sankt Joachimsthal hiess, war aber nicht nur ein Ort des kommunistischen Terrors, sondern beherbergt auch das älteste Radon-Heilbad der Welt. In Josef Haslingers Roman „Jáchymov“ will der Wiener Verleger Anselm Findeisen dort sein chronisches Rückenleiden kurieren. Er trifft auf Bohumil Modrýs Tochter, die als ältere Frau zu einer Spurensuche aufgebrochen ist.

Georg Renöckl: „Triumph und Vernichtung“
© Neue Zürcher Zeitung, 8. Oktober 2011

Josef Haslinger
Jáchymov
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2011
ISBN 978-3-10-030061-4
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