Angelika Klüssendorf

April

© Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln, 2014Angelika Klüssendorf: April © Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln, 2014Die Vorgeschichte hat Klüssendorf, 55, vor zweieinhalb Jahren in ihrem Roman „Das Mädchen“ erzählt, atemlos im Präsenz, Szene für Szene ein grelles Schlaglicht auf eine Kindheit und Jugend in der DDR der sechziger und beginnenden siebziger Jahre. (...) Der neue Roman setzt ein, als April 18 geworden ist. Ihr werden von der Jugendhilfe ein Zimmer und ein Arbeitsplatz zugewiesen. Vom ersten selbstverdienten Geld kauft sie sich einen Plattenspieler, um die Platte von Janis Joplin abspielen zu können, die sie vorher gegen eine von Wolf Biermann eingetauscht hat, für die sie wiederum eine Shakespeare-Gesamtausgabe opfern musste. (...) Der Blick auf ihre Heldin ist gnadenlos. Und doch rückt dem Leser diese umtriebige und getriebene Heldin ganz nahe. Wie gelingt der Autorin dieses Kunststück? (...) Die Kunst der Autorin ist die Vermeidung jedweder Künstlichkeit. Scheinbar leicht und widerstandslos läuft der Text dahin – doch dürfte der Ton schwer errungen sein.

Volker Hage: „Die Mutter im Nacken“
© Der Spiegel, 17. Februar 2014

Angelika Klüssendorf
April
Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln, 2014
ISBN 978-3-462-04614-4
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