Inka Parei

Die Kältezentrale

© Schöffling Verlag, Frankfurt am Main, 2011Inka Parei: Die Kältezentrale © Schöffling Verlag, Frankfurt am Main, 2011 In ihrem dritten Roman verfolgt Inka Parei die gleichen Themen wie in den beiden Vorgängerbüchern „Die Schattenboxerin" und „Was Dunkelheit war". Aber doch ist alles wieder neu. Aber doch geht es wieder um ein großes Alleinesein; um eine weggedrückte Vergangenheit, die sich auf einmal unheimlich herandrängt; um die Unzuverlässigkeit der Erinnerung; um Berlin, wo die 1967 in Frankfurt geborene Schriftstellerin schon lange lebt.
Die Vergangenheit ist bei Inka Parei nie allein privat, sondern immer auch historisch zu verstehen. Eine der Pointen in „Die Kältezentrale" ist, dass es letztlich das Verschwinden seines Landes, der DDR, war, das dem Ich-Erzähler den Boden unter den Füßen weggezogen hat. All die Jahre ist ihm das nicht aufgefallen. Dabei kennt er das „Gefühl, dass die Welt, in der man lebt, zusammenbricht". Denn so war es im Mai 1986, an dem Tag, an dem sich für ihn alles verändert hat. Es scheint um Leben und Tod zu gehen, einen verstrahlten Laster (Tschernobyl!), einen Toten, dessen Grab nicht zu finden ist. In einer quälend komplizierten Reihenfolge teilt der verwirrte, erschöpfte Erzähler das mit, verwirrt und bald erschöpft, aber gefesselt folgt ihm der Leser auf einer thrillerhaften Suche nach einem Mann, den er schon vor 20 Jahren hätte suchen sollen..

Judith Sternburg: „Geschlossene Systeme“
© Frankfurter Rundschau, 31. August 2011

Inka Parei
Die Kältezentrale
Schöffling Verlag, Frankfurt am Main, 2011
ISBN 978-3-89561-107-0
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