Winterfisch

Gregor Sander, 1968 in Schwerin geboren, hat seine neuen Erzählungen in jener Zwischensphäre angesiedelt, in der sich Nacht und Tag kaum mehr unterscheiden lassen. An den Ufern der Ostsee sucht er Orte auf, an denen Schnee und Eis die Konturen der Dinge verdecken oder das Dämmerlicht die Grenzen zwischen Festem und Flüssigem, Zivilisation und Wildnis zu verwischen scheint. Mal ist es die karge Landschaft Schwedens, dann wieder die ostdeutsche Küste mit ihren Inseln oder die Kurische Nehrung, die Sander zur Szenerie seiner Geschichten macht. In dieser Landschaft wird auch die Zeit durchlässig, immer wieder tauchen Relikte aus der NS-Zeit und aus der untergegangenen DDR am Rande der Wahrnehmung auf. Und so wie die Landschaft von historischen Spuren durchsetzt ist, schiebt sich in das Erleben der Figuren die Vergangenheit hinein. Es sind die oft beschworenen Menschen von nebenan, die Gregor Sander durch seine Küstenwelten schickt, Werbeleute, Ärzte, Heizungsbauer, Juristen oder Studenten. Meist befinden sich seine Ich-Erzähler an einem wichtigen Punkt ihrer Lebensgeschichte, ohne dass ihnen das recht bewusst wäre.Nico Bleutge: „Am Meer, neben der Spur“
© Süddeutsche Zeitung, 8. September 2011
Gregor Sander
Winterfisch
Wallstein Verlag, Göttingen, 2011
ISBN 978-3-8353-0843-5
Winterfisch
Wallstein Verlag, Göttingen, 2011
ISBN 978-3-8353-0843-5










