Belletristik – Romane, Erzählungen

Juliana Kálnay
Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens

© Klaus Wagenbach Verlag, Berlin, 2017 Juliana Kálnay: Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens © Klaus Wagenbach Verlag, Berlin, 2017Die Welt steht Kopf im Wohnhaus mit der Nummer 29: Ein Mann, der sich langsam in einen Baum verwandelt. Ein anderer, der in den Fahrstuhl zieht. Ein Kind, das spurlos verschwindet und sich wie ein Maulwurf in Löchern versteckt. Ein Fotograf im Souterrain, der mit seiner Familie in kompletter Dunkelheit wohnt. Und dann die Zwillingsbrüder im zweiten Stock rechts, die womöglich ein und dieselbe Person sind. Juliana Kálnays Debütroman „Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens“ ähnelt einem Wimmelbild grotesker Szenen und rätselhafter Figuren, die einzig verbunden sind durch das Haus, das sie bewohnen. (…)
Nichts ist so, wie es scheint, Figuren und ihre Geschichten kommen und gehen wie Schatten in diesem Buch über das „allmähliche Verschwinden“. Juliana Kálnay spielt so freihändig und gekonnt mit Erzählhaltungen, Tonlagen und literarischen Formen, dass man nur beeindruckt sein kann von diesem poetischen Schelmenstück voller doppelter Böden und Fallstricke. Am Ende dieser Chronik des Auftauchens und Verschwindens des Hauses und seiner Bewohner, beim letzten Grillfest im Hof, scheinen sich endlich einige der Rätsel zu lösen. Doch da geht plötzlich das Licht aus, und der Erzähler tastet nach einer Kerze.

Cornelius Wüllenkemper: „Wir sind das Haus“
© Süddeutsche Zeitung, 6. Februar 2017

Juliana Kálnay
Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin, 2017
ISBN 9783803132840
192 Seiten


Links zum Thema