Belletristik – Romane, Erzählungen

Jonas Lüscher
Kraft

© C. H. Beck Verlag, München, 2017 Jonas Lüscher: Kraft © C. H. Beck Verlag, München, 2017Der Mann, um den es hier geht, weiß, was er will, hat Ideen und Durch­setzungs­ver­mögen, hat Kraft also – für längere Zeit. Doch seit er sich eingerichtet hat in seiner Karriere, seit er seine bürgerlichen Familienträume verwirklicht und schon wieder ausgeträumt hat, tritt er recht unzufrieden auf der Stelle. Sein alter Studienfreund István, der in den USA lebt, rät ihm zu einem verlockenden Angebot. Auf die überzeugende Beantwortung der Frage, weshalb alles, was ist, gut sei und dennoch verbesserbar, sind eine Million Dollar ausgesetzt. (…)
Ein stinkreicher Internetunternehmer leistet sich den Spaß, Denker aus aller Welt ins Silicon Valley zu locken und ihre Geistesblitze zu belohnen. Nun ja, nur einen von ihnen. Kraft steht an der Uni und mit der Familie am Scheidepunkt. Die große Geldspritze würde all seine Probleme lösen. Jonas Lüscher, der 1976 geborene Schweizer Autor, der im vergangenen Jahr die Literaturszene mit seiner luziden Börsencrash-Novelle „Frühling der Barbaren“ aufmischte, hat sich also wieder ein Thema aus der politischen Gegenwart gesucht, um seinen ersten Roman zu schreiben. Er kann auch das. Das Buch ist angesiedelt in den Debatten um die Zukunft der kapitalistischen Gesellschaftsmodelle angesichts der Religions- und Wirtschaftskriege, des Klimawandels und Ressourcenraubbaus. Er schickt seinen Helden in die Gegend, wo die erfolgreichsten Konzerne der Welt florieren, Google, Apple, Facebook.

Cornelia Geissler: „Die Eine-Million-Dollar-Frage“
© Frankfurter Rundschau, 3. März 2017
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Jonas Lüscher
Kraft
C. H. Beck Verlag, München, 2017
ISBN 9783406705311
240 Seiten


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