Lesen, worüber man auf dem deutschsprachigen Buchmarkt spricht

Ein Projekt der Goethe-Institute in Tallinn, Riga, Vilnius, Warschau, Krakau, Prag, Bratislava, Budapest und Ljubljana
Unsere Auswahl neuer deutschsprachiger Belletristik und Sachliteratur spiegelt – mittels Rezensionen aus führenden deutschsprachigen Medien – aktuelle Tendenzen und Empfehlungen jeweils nach den Buchmessen wider. Verschaffen Sie sich einen Überblick!
© Verlage Suhrkamp und Piper, Berlin/ München, 2017
Frühjahr 2017

    Vorwort der aktuellen Ausgabe
    Jakub Ehrenberger © Jakub Ehrenberger

    Bücher, die es über Grenzen schaffen

    Von Jakub Ehrenberger
    Es gab Zeiten, in denen man Bücher über die Grenze schmuggeln musste, weil sie vor Ort nicht verlegt werden durften. Zum Glück liegen diese schon lange zurück, wiewohl sich bestimmte Politiker wieder Zäune und Mauern herbeiwünschen. In den mittelosteuropäischen und baltischen Staaten sind mehr als ein Vierteljahrhundert nach den politischen Umwälzungen die Buchmärkte frei. Frei zumindest im herkömmlichen Sinne des Wortes, denn es existiert nach wie vor eine – zugespitzt formuliert – Zensur, nämlich die Zensur des Marktes, des Umsatzes, des geschäftlichen Erfolges. Wird dieser Roman unsere LeserInnen interessieren? Hat jene Geschichte auf dem hiesigen Buchmarkt eine Chance? Stets werden in den Verlagssitzungen Entscheidungen getroffen, welche Bücher übersetzt werden, und damit automatisch, welche eben nicht. Und auch die Entscheidung, ein Buch nicht zu verlegen, sagt einiges über die politische, gesellschaftliche und kulturelle Lage in den Ländern aus.Mehr ...