Sachbücher zu Philosophie, Gesellschaft, Literatur- und Kulturgeschichte

Ulrich Beck
Die Metamorphose der Welt

© Suhrkamp Verlag, Berlin, 2016 Ulrich Beck: Die Metamorphose der Welt  © Suhrkamp Verlag, Berlin, 2016Als der Münchner Soziologe Ulrich Beck im Januar 2015 unerwartet starb, arbeitete er gerade an einem Buch zur Frage, wie der Klimawandel unseren Blick auf die Welt verändert. Nach Becks Tod vollendete seine Frau Elisabeth Beck-Gernsheim das Buch gemeinsam mit wissenschaftlichen Weggefährten des Autors. ( …) Gleichwohl ist das Resultat in Stil und Inhalt unverkennbar ein echter Beck: mit der für ihn typischen Lust zur starken These, zur Begriffserfindung, zur farbenfrohen Metaphorik. (…) Die traurigen Umstände der Veröffentlichung legen nahe, „Die Metamorphose der Welt“ als intellektuelles Vermächtnis aufzufassen: als letzte große Zeitdiagnose des wohl einflussreichsten deutschen Zeitdiagnostikers. Und tatsächlich: Der Anspruch könnte größer kaum sein. (…)
Neu auch für Beck selbst, der bereits in der „Risikogesellschaft“ (1986) sowie in der „Weltrisikogesellschaft“ (2007) große Umbrüche diagnostiziert hatte, ist der Gedanke, dass die negativen Nebenfolgen (Risiken), die er in seinen vorherigen Umbruchsbüchern betont hatte, auch mit positiven Nebenfolgen einhergehen könnten, nämlich mit geschärftem Bewusstsein für die globale Tragweite dieser Risiken selbst. Insofern sei der Klimawandel eine potentiell „emanzipatorische Katastrophe“. Das Buch erörtert diese These sowie andere Aspekte der „Kosmopolitisierung“ (Becks Ausdruck für Globalisierung) an so unterschiedlichen Fallbeispielen wie dem globalen Organhandel, der globalen Ungleichheit, politischen Definitionsmachtverhältnissen, digitalen Risiken und zwischenstaatlichen Beziehungen.

Tobias Werron: „So kommt der Wandel in sein Endstadium“
© Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. Dezember 2016
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Ulrich Beck
Die Metamorphose der Welt
Suhrkamp Verlag, Berlin, 2016
ISBN 9783518425633
266 Seiten


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