Sachbücher zu Philosophie, Gesellschaft, Literatur- und Kulturgeschichte

Daniel Schreiber
Zuhause. Die Suche nach dem Ort, an dem wir leben wollen

© Hanser Berlin Verlag, Berlin, 2017 Daniel Schreiber: Zuhause. Die Suche nach dem Ort, an dem wir leben wollen © Hanser Berlin Verlag, Berlin, 2017„Zuhause“ ist eine elegant geschriebene, anregende Meditation über einen schwierigen Begriff in einer für viele Menschen immer unheimlicher werdenden Welt. Und zugleich die Rekonstruktion von Schreibers eigener Suche nach einem Ort, der für ihn so etwas wie Stabilität und Bindung bedeuten könnte. Heute, in Zeiten von Globalisierung und Flüchtlingskrise, leben 250 Millionen Menschen in einem Land, in dem sie nicht geboren wurden, erinnert der Autor. Daher werde Zuhause immer mehr zu einem „imaginären Ort“, „gleichermaßen ein realer wie ein innerer, spiritueller oder sozialer Ort“. Entsprechend vielfältig sind die Fragen, die sein Essay aufwirft: Kann eine fremde Sprache ein Zuhause bieten? Wie lange dauert es, bis man einen neuen Ort Zuhause nennen kann? (…)
Verklärend-nostalgischen Sehnsüchten erteilt Schreiber eine Absage: Das Zuhause sei kein Paradies, aus dem wir einst vertrieben wurden, weil dieses nie existiert habe. „Sich ein Zuhause zu suchen bedeutet nicht, nach einer besseren Stadt Ausschau zu halten, (…) einem anderen Land. Sich ein Zuhause zu suchen bedeutet, einen Ort in der Welt zu finden, an dem wir ankommen – und dieser Ort wird zuallererst ein innerer Ort sein, ein Ort, den wir uns erarbeiten müssen.“ Wozu die Lektüre von Schreibers Essay schon einmal ein guter Anfang wäre.

Oliver Pfohlmann: „Das Paradies hat nie existiert“
© Neue Zürcher Zeitung, 8. März 2017

Daniel Schreiber
Zuhause. Die Suche nach dem Ort, an dem wir leben wollen
Hanser Berlin Verlag, Berlin, 2017
ISBN 9783446254749
144 Seiten


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