Sachbücher zu Philosophie, Gesellschaft, Literatur- und Kulturgeschichte

Barbara Stollberg-Rilinger
Maria Theresia. Die Kaiserin ihrer Zeit

© C. H. Beck Verlag, München, 2017Barbara Stollberg-Rilinger: Maria Theresia. Die Kaiserin ihrer Zeit © C. H. Beck Verlag, München, 2017Vier Jahrzehnte lang, von 1740 bis zu ihrem Tod im Jahre 1780, hatte eine Frau, hatte Maria Theresia das von Böhmen bis nach Norditalien reichende Imperium der Habsburger regiert und damit alle Geschlechterklischees einer harten Belastungsprobe unterzogen. Ein weibliches Wesen, das doch schwach und hilfsbedürftig sein musste, behauptete sich in der Männerwelt der Fürsten und Könige, ja mehr noch: Maria Theresia prägte eine ganze Epoche mit ihrer Reformpolitik und ihrem absolutistischen Machtanspruch. (…)
Die deutsche Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger (…) beschreibt sie als eine uns eher fremde Frau aus einer sehr fernen, spätbarocken Welt. Maria Theresia, sagt Stollberg-Rilinger, habe ganz bewusst ihr „Geschlecht von ihrer Regentenrolle“ getrennt und ihre Weiblichkeit aus ihrer „Selbstinszenierung“ verbannt. Nicht selten habe Maria Theresia sogar eine geradezu „schroffe Mitleidlosigkeit“ gegenüber ihren Untertanen gezeigt. (…)
Stollberg-Rilinger zeichnet in ihrer glänzend geschriebenen und mehr als tausend Seiten starken Biografie das Bild einer machtbewussten Herrscherin, die von ihren politischen Gegnern zunächst komplett unterschätzt, dann aber als ebenbürtig begriffen worden sei. „Einmal haben die Habsburger einen Mann, und dann ist es eine Frau“, notierte der Preußenkönig Friedrich II. voller Respekt.

Martin Doerry: „Dieser Mann ist eine Frau“
© Literatur Spiegel, April 2017

Barbara Stollberg-Rilinger
Maria Theresia. Die Kaiserin ihrer Zeit
C. H. Beck Verlag, München, 2017
ISBN 9783406697487
1.084 Seiten


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