Sachbücher zu Philosophie, Gesellschaft, Literatur- und Kulturgeschichte

Volker Weiß
Die autoritäre Revolte. Die NEUE RECHTE und der Untergang des Abendlandes

© Klett-Cotta Verlag, Stuttgart, 2017 Volker Weiß: Die autoritäre Revolte. Die NEUE RECHTE und der Untergang des Abendlandes © Klett-Cotta Verlag, Stuttgart, 2017Dies ist ein so wegweisendes wie erhellendes Buch. Es führt mitten hinein in die aktuellen Debatten, ist aber auf Tagespolitik nicht zu reduzieren. Es befasst sich mit Geschichte, ohne sie zur bloßen Vorgeschichte von Gegenwart herabzustufen. Es schildert Entwicklungen, stellt sie jedoch nicht als einfache kausale Zusammenhänge hin.
Das Thema ist die Neue Rechte, geschildert wird ihr Denken und ihr Vorgehen, das allerdings ohne jeden ideologischen Schaum vor dem Mund: Das Buch will aufklären im besten Sinne, es benennt Strategien und Protagonisten, ist aber nicht im Namen eines Parteiprogramms verfasst, sondern mit dem Ziel, die Politik dieser Neuen Rechten durchsichtig, begreifbar zu machen. Dass sie sich einer „Feindschaft gegen den humanistischen Universalismus“ verschrieben hat, steht deshalb am Ende des Buches – darauf läuft das Agieren der Neuen Rechten hinaus. Doch man versteht diese politische Stoßrichtung besser, wenn man die historischen und politischen Hintergründe kennt. Man kann sie damit auch genauer kritisieren.
Das tut der Historiker und Publizist Volker Weiß: Er lässt keinen Zweifel daran, dass die Neue Rechte nicht als harmlose politische Randerscheinung zu begreifen ist, sondern ein Unterfangen, die Demokratie selbst abzuschaffen. Wer dieses Buch gelesen hat, wird sich deshalb jegliche Naivität im Umgang mit der Neuen Rechten nicht länger erlauben dürfen.

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© Frankfurter Rundschau, 15. März 2017
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Volker Weiß
Die autoritäre Revolte. Die NEUE RECHTE und der Untergang des Abendlandes
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart, 2017
ISBN 9783608949070
304 Seiten


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