Sachbücher zu Gesellschaft, Kulturgeschichte, Geschichte und Autobiographien

Heinrich Böll
Man möchte manchmal wimmern wie ein Kind. Die Kriegstagebücher 1943-1945

© Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln, 2017 Heinrich Böll: Man möchte manchmal wimmern wie ein Kind. Die Kriegstagebücher 1943-1945 © Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln, 2017Obwohl man aus den Kriegstagebüchern von Heinrich Böll wenig erfährt, was man aus den Briefen nicht schon wüsste, und obwohl sie meist nur wenige zusammenhängende Sätze enthalten, in der Regel bloß Stichworte, Ortsangaben, gestammelte Anrufungen, sind gerade diese Anrufungen, diese Notschreie, Stoßgebete und Hilferufe wahrhaft erschütternd. (…) Sechs Jahre lang ist Böll Soldat gewesen. In dieser Zeit hat er geheiratet, seinen ersten Sohn gezeugt, der wenig später starb, seine Mutter verloren, wurde seine Heimatstadt Köln zerstört. Schon vor dem Krieg hatte er viele Prosastücke geschrieben, und Anfang der fünfziger Jahre wurde er mit Romanen wie Wo warst du, Adam? oder Und sagte kein einziges Wort rasch berühmt. 1972 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Von den insgesamt sechs Kriegstagebüchern sind nur drei erhalten geblieben, kleine Notizhefte, Taschenkalender. Sie reichen vom Oktober 1943 bis zum September 1945, als Böll aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurde. Die gut kommentierte Ausgabe druckt jede einzelne Seite im Faksimile und setzt die Abschrift darunter.

Alles in allem sind die Kriegstagebücher das bewegende Dokument einer zum Glück vergangenen Zeit. Kaum noch gibt es Menschen, die sie am eigenen Leib erlebt haben. Spätere Generationen können auf diesen Seiten eine Ahnung davon gewinnen, was ihnen bislang erspart geblieben ist.

Ulrich Greiner: „Jammer! Blut! Und Feuer“
© Die Zeit, 4. Oktober 2017

Heinrich Böll
Man möchte manchmal wimmern wie ein Kind. Die Kriegstagebücher 1943-1945
Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln, 2017
ISBN 978-3-462-05020-2
352 Seiten