Sachbücher zu Gesellschaft, Kulturgeschichte, Geschichte und Autobiographien

Magnus Brechtken
Albert Speer. Eine deutsche Karriere

© Siedler Verlag, München, 2017 Magnus Brechtken: Albert Speer. Eine deutsche Karriere © Siedler Verlag, München, 2017Magnus Brechtken hat seine lange erwartete Speer-Biografie mit dem Untertitel „Eine deutsche Karriere“ versehen, nicht nur, weil Hitlers Architekt nach seiner Haftzeit eine fragwürdige zweite Laufbahn als extrem beliebter Zeitzeuge begann, sondern weil er hier den „Typus des bürgerlichen Deutschen, der bewusst zum Nationalsozialisten wurde und nach 1945 nicht den Willen und die Einsicht hatte, sich über seine Taten eine ehrliche Rechenschaft zu geben“, beschreiben will. Die zentrale These lautet: Speers Karriere war repräsentativ. „Speer ragte heraus und ist doch zugleich exemplarisch für all jene, die sich mit ähnlichen, wenngleich bescheideneren Ambitionen so wie er für den Nationalsozialismus engagierten, ihn trugen und gestalteten.“
Brechtken, stellvertretender Direktor am Münchner Institut für Zeitgeschichte, hat mehr als zehn Jahre an dem Thema geforscht und sich viel vorgenommen: Speer-Biografie, Betrachtung der manipulativen Macht politischer Memoiren, Analyse der Nachkriegsgesellschaft und eine zum Teil sehr harte Abrechnung mit der eigenen Zunft. Und das alles in einer schwungvollen Darbietung.

Robert Probst: „Speer und Mär“
© Süddeutsche Zeitung, 6. Juni 2017

Magnus Brechtken
Albert Speer. Eine deutsche Karriere
Siedler Verlag, München, 2017
ISBN 978-3-8275-0040-3
912 Seiten