Sachbücher zu Gesellschaft, Kulturgeschichte, Geschichte und Autobiographien

Per Leo, Maximilian Steinbeis, Daniel-Pascal Zorn
Mit Rechten reden. Ein Leitfaden

© Klett-Cotta Verlag, Stuttgart, 2017 Per Leo, Maximilian Steinbeis, Daniel-Pascal Zorn: Mit Rechten reden. Ein Leitfaden © Klett-Cotta Verlag, Stuttgart, 2017Kann, soll und will man überhaupt mit den Anhängern der neuen Rechten reden? Diese Fragen stellen sich selbst und ihren Lesern der Historiker Per Leo, der Philosoph Daniel-Pascal Zorn und der Jurist Maximilian Steinbeis. Ihren ge­mein­samen, als „Leitfaden“ untertitelten Band „Mit Rechten reden“ verstehen sie als „Intervention“ gegen „Erwartbarkeit“ und „Nervosität“. Beides prägt die ge­gen­wär­ti­gen Debatten des linksliberalen Mainstreams, etwa zur Flüchtlingspolitik oder zur Rolle des Islam in Europa. (…) „Rechts“ ist für Leo, Zorn und Steinbeis keine mehr oder weniger konsistente politische Haltung wie „konservativ“ oder „liberal“, sondern eine bestimmte Art des Sprechens, die sich aus raunender Unschärfe, Mythenbildung und einem ewig im Kreis laufenden Spiel aus inszenierter Täter- und Opferschaft zusammensetzt. Dieses sprunghafte Sprachspiel, auffällig bei Kommen­ta­ren im Internet, lebt davon, zuerst mit dem argumentativen Holz­hammer aufzutreten, bloß um beim geringsten Gegenwind eine larmoyante Opferpose einzunehmen. Dadurch werden die immergleichen linksliberalen Reflexe von Abscheu und Ausgrenzung provoziert. Durch gedankliche Präzision, Gelassenheit und Geduld könnte diesem Kreislauf aus Beleidigung und Beleidigtsein ein Ende bereitet werden. (…)
So ironisch ab- und aufgeklärt ihr Tonfall bisweilen ist, so ernst scheint den drei Autoren das Anliegen, den ausgetretenen Kampfplatz neu zu beleben, die Moral zugunsten von mehr Logik über Bord zu werfen und wieder zuzuhören. Dann können aus Feinden wieder Gegner werden.

Tobias Sedlmaier: “Entzaubern, aber nicht verteufeln”
© Neue Zürcher Zeitung, 17. Oktober 2017

Per Leo, Maximilian Steinbeis, Daniel-Pascal Zorn
Mit Rechten reden. Ein Leitfaden
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart, 2017
ISBN 978-3-608-96181-2
183 Seiten


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