Sachbücher zu Gesellschaft, Kulturgeschichte, Geschichte und Autobiographien

Markus Metz, Georg Seeßlen
Freiheit und Kontrolle. Die Geschichte des nicht zu Ende befreiten Sklaven

© Suhrkamp Verlag, Berlin, 2017 Markus Metz, Georg Seeßlen: Freiheit und Kontrolle. Die Geschichte des nicht zu Ende befreiten Sklaven © Suhrkamp Verlag, Berlin, 2017Die aufregende Differenz und Identität von Freiheit und Kontrolle wäre so ein Problem, dem sich Georg Seeßlen und Markus Metz jetzt in einem Buch widmen. Das Problem kennt jeder, ich kenne es von der Französischen Revolution. Diese rief „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ aus, aber es ist klar, dass der Anspruch auf Gleichheit mit dem auf Freiheit nicht kompatibel ist. Die Propaganda will die vielen gleichen Schwestern und Brüder vor einer Freiheit schützen, die die Ungleichheit zur Voraussetzung hat. „Man braucht Kontrolle“ – dieser politische Slogan stand oft auf Plakaten. (…) Dass der Mensch ein nicht zu Ende befreiter Sklave ist, ist evident. Er ist ein Sklave, der seiner Möglichkeit nach schon ahnen könnte, was seine Befreiung sein würde. Jedenfalls kennt er seine Unfreiheit – es seien, sagen die Autoren, „zwei neue Formen des fundamentalen Untertanen entstanden: der Mensch, der aus dem Markt ausgeschlossen wird (dessen Arbeit unverkäuflich ist, der keinen Besitz und keinen Kredit hat, dessen Codes keinen Zutritt erlauben); und der Mensch, der sein Leben lang verschuldet ist“.
Die Autoren schicken Leserin und Leser auf den Höhenkamm ihrer Gedanken. Sie sind Meister des Essays, einer Gattung, die vorbildhaft das Problem von Freiheit und Kontrolle zu bewältigen sucht.

Franz Schuh: „Verhexte Befreiung“
© Die Zeit, 27. Juli 2017

Markus Metz, Georg Seeßlen
Freiheit und Kontrolle. Die Geschichte des nicht zu Ende befreiten Sklaven
Suhrkamp Verlag, Berlin, 2017
ISBN 978-3-518-12730-8
461 Seiten