Sachbücher zu Gesellschaft, Kulturgeschichte, Geschichte und Autobiographien

Christina Morina
Die Erfindung des Marxismus. Wie eine Idee die Welt eroberte

© Siedler Verlag, München, 2017 Christina Morina: Die Erfindung des Marxismus. Wie eine Idee die Welt eroberte © Siedler Verlag, München, 2017Wie wird aus Theorie Praxis, aus Ideen Politik? Und wie lässt sich davon erzählen? Die Historikerin Christina Morina hat die faszinierende Form des Gruppenporträts gewählt, um davon zu berichten, wie das Theoriegebäude von Karl Marx unter die Menschen kam. Die Erfindung des Marxismus heißt ihr eindrucksvolles Buch, und eine ihrer Botschaften lautet, dass die Protagonisten mindestens ebenso sehr von Marx´ Ideen gefunden und zusammengebracht wurden, wie sie ihrerseits den Marxismus als politische Bewegung erfanden.
Morina versammelt in ihren Porträts neun führende Köpfe der Kohorte, die zwischen 1840 und 1880 geboren wurde und den Marxismus als paneuropäische Bewegung und politische Kraft schmieden half: den Prager Karl Kautsky, den Berliner Eduard Bernstein, die gebürtige Polin Rosa Luxemburg, Victor Adler in Wien, Jean Jaurés und Jules Guesde in Paris, den russischen Philosophen Georgi W. Plechanow, Wladimir I. Lenin und den deutsch-russischen Ökonomen Peter B. Struve. Warum genau diese und nicht auch andere, fragt man sich, während man zu lesen beginnt – egal, es funktioniert, sofort wird man hineingezogen in die packend geschilderten Lebensbilder, auf die Morinas „erfahrungsgeschichtliche Perspektive“ feinstellt.

Lisa Herzog: „Wie hältst du´s mit der Revolution?“
© Die Zeit, 5. Oktober 2017

Christina Morina
Die Erfindung des Marxismus. Wie eine Idee die Welt eroberte
Siedler Verlag, München, 2017
ISBN 978-3-8275-0099-1
592 Seiten


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