Ulrich Beck

Das deutsche Europa. Neue Machtlandschaften im Zeichen der Krise

© Suhrkamp Verlag, Berlin, 2012Ulrich Beck: Das deutsche Europa. Neue Machtlandschaften im Zeichen der Krise © Suhrkamp Verlag, Berlin, 2012 In der Tat ist es so, dass alle Länder „letztlich dem nationalen Blick verhaftet“ sind. Das ist kein Wunder, da nationale Politik die EU oft als Alibi nimmt, mit dem sie eigenes Versagen kaschiert. Deshalb wurde auch peinlichst vermieden, auf den Nutzen Europas konsequent hinzuweisen – außer bei Grundsatz- und Sonntagsreden. Das wird noch dadurch verstärkt, wie Beck richtig sagt, dass die Erfolge der EU für Frieden, Freiheit und Wohlfahrt als selbstverständlich gelten, als seien sie auf ewig gesichert. (…) Zum europäischen Selbstverständnis muss die Erkenntnis gehören, dass die Europäer global nur noch gemeinsam eine Chance haben. Dennoch wird es stets so sein, dass in die gemeinsame europäische Positionierung nationale Interessen eingebracht werden.(…) Bismarck hat einmal gesagt, dass Deutschland zu klein für die Vorherrschaft sei und zu groß für die Idee vom Gleichgewicht der Mächte. Das stimmt heute mehr denn je. Immer wenn wir das nicht erkannt haben, wurde es schlimm für Deutschland, Europa und dann auch für die ganze Welt. Europa hingegen ist für ein globales Gleichgewicht der Mächte geschaffen. Beck hat ein Büchlein geschrieben, über das man sich freuen oder ärgern kann, das aber die Augen öffnet.

Elmar Brok: „Merkiavellismus als Prinzip“
© Süddeutsche Zeitung, 30. Oktober 2012

Ulrich Beck
Das deutsche Europa. Neue Machtlandschaften im Zeichen der Krise
Suhrkamp Verlag, Berlin, 2012
ISBN 978-3-518-06286-9
Links zum Thema