Helmut Böttiger

Die Gruppe 47. Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb

© Deutsche Verlags-Anstalt, München, 2012Helmut Böttiger: Die Gruppe 47. Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb © Deutsche Verlags-Anstalt, München, 2012 Die literaturhistorische Welle, die einst die Gruppe 47 schlug – jene von Hans Werner Richter seit 1947 zwanzig Jahre lang per Postkarteneinladung orchestrierten Zusammentreffen von Dichtern und Schriftstellern –, ist bis heute gewaltig. Allein zwei spätere Nobel- und zahllose Büchnerpreisträger gehen auf ihr Konto. Auf ihren Tagungen wetzten die alsbald bis heute bekannten Kritiker Marcel Reich-Ranicki, Walter Jens, Hans Mayer und Joachim Kaiser die kritischen Messer: spontan und mündlich. Legendäre Autoren waren dabei: Ingeborg Bachmann und Siegfried Lenz, geboren 1926, Martin Walser und Günter Grass, geboren 1927, Peter Rühmkorf und Hans Magnus Enzensberger, geboren 1929. Sie alle lasen, diskutierten und wurden berühmt. (...) Der Literaturkritiker Helmut Böttiger hat jetzt eine umfassende Geschichte der Gruppe vorgelegt, in der er eindrücklich vorführt, wie gekonnt die 47er die Klaviatur von Rundfunk und Zeitungen bespielten. (...) Anschaulich schildert Böttiger die Haupt- und Nebenfiguren, Konflikte, Mechanismen, Institutionen sowie den Generationswechsel unter den Autoren zu Beginn der sechziger Jahre, den der bald sechzigjährige, ästhetisch ohnehin beschränkte Richter immer weniger überwölben konnte. Die Gruppe 47 verendete in dem Augenblick, in dem sie ihre Hauptmission erfüllt hatte: die Etablierung unseres modernen Literaturmarkts, inklusive Vergemeinschaftung statt Vereinzelung des Künstlers.

Alexander Camman: „Eine Art Hauptstadtersatz“
© Die ZEIT, 1. Dezember 2012

Helmut Böttiger
Die Gruppe 47. Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb
Deutsche Verlags-Anstalt, München, 2012
ISBN 978-3-421-04315-3
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