1913. Der Sommer des Jahrhunderts

Ständig ist jemand auf Kur. Lovis Corinth erholt sich in Tirol von seinem Schlaganfall, Sigmund Freud versucht in Marienbad Rheuma und Depression loszuwerden, und Robert Musils Arzt verlangt für seinen Patienten „eine noch mindestens sechs Monate dauernde Sistierung der Berufstätigkeit“. Wir schreiben das Jahr 1913 und alle sind erschöpft. (…)Florian Illies´ Gleichzeitigkeitspanorama fußt auf profundem kulturwissenschaft-
lichen Wissen und zahlreichen einschlägigen Biografien. Der Autor folgt seinen Protagonisten aus Literatur, Wissenschaft, Musik und Kunst mit der Neugier und dem Vergnügen eines Gesellschaftsreporters. Die Assoziationsketten sind abenteuerlich, kreuz und quer geht es durch das alte Europa, insbesondere durch Wien, Berlin und Paris. Illies unternimmt einen Abstecher nach New York, zur ersten „Armory Show“, wo Marcel Duchamps „Akt, eine Treppe herabsteigend“ einen Skandal auslöst. Bei Albert Schweizer wiederum steht ein Eimer mit kaltem Wasser unter dem Schreibtisch, wo hinein er seine Füße stellte, um beim Lesen nicht einzuschlafen.
Stefanie Peter: „Als alles möglich schien“
© Literaturen, Winter 2012
Florian Illies
1913. Der Sommer des Jahrhunderts
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2012
ISBN 978-3-10-036801-0
1913. Der Sommer des Jahrhunderts
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2012
ISBN 978-3-10-036801-0









