Georg Büchner. Geschichte eines Genies

Oft genug wurde Georg Büchner für das Falsche in Anspruch genommen. Jetzt liegt uns Hermann Kurzkes große Biographie vor. Darin erzählt uns der Germanist nicht nur die Geschichte eines Genies. Vielmehr revolutioniert er unser bisheriges Bild des Dichters. (…)Kurzke hat das Buch für passionierte Leser geschrieben, dennoch wird es sicherlich auch in Fachkreisen lebhaft diskutiert werden, denn es enthält in einigen Aspekten eine erhebliche, beinahe schon umstürzlerische Revision des bisherigen Büchnerbildes. (…)
Büchner sei nicht selten für das Falsche in Anspruch genommen worden. Nachdem ihn die Nazis zum „geistigen Führer“ eines genuin deutschen Sozialismus gemacht hatten, geriet er Kurzke zufolge seit Georg Lukács' Ausrufung des Materialisten und Frühkommunisten Büchner fest in den Griff einer linken Revolutionssentimentalität und schrumpfte dabei im realen Sozialismus der DDR „auf ein sehr schmales Format“, nicht viel anders im „westdeutschen Verbalradikalismus“. In Wahrheit sei Büchners revolutionärer Elan 1834 unter dem Druck der Verfolgung erstaunlich schnell in sich zusammengefallen: „erst Wut und Trotz, dann Verzweiflung und Depression“.
Friedmar Apel: „Ein göttlicher Funke hat in ihm gewirkt“
© Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Februar 2013
Hermann Kurzke
Georg Büchner. Geschichte eines Genies
C. H. Beck Verlag, München 2013
ISBN 978-3-406-64493-1
Georg Büchner. Geschichte eines Genies
C. H. Beck Verlag, München 2013
ISBN 978-3-406-64493-1









