Sachbücher zu Gesellschaft, Kulturgeschichte, Geschichte, Biografien

Stefan Aust / Dirk Laabs: Heimatschutz. Der Staat und die Mordserie der NSU © Pantheon Verlag, München, 2014

Stefan Aust / Dirk Laabs
Heimatschutz. Der Staat und die Mordserie der NSU

Zweieinhalb Jahre ist es her, dass der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) aufflog und die Öffentlichkeit erfuhr, dass Rechtsextreme jahrelang und von Sicherheitsbehörden unbehelligt durchs Land ziehen und Menschen ermorden konnten. Doch die folgende Überraschung, Erschütterung und Empörung sind weitgehend verraucht. Mit ihrem Buch „Heimatschutz“ wollen Stefan Aust und Dirk Laabs dies ändern. (…) Der Ex-Spiegel- Chefredakteur und Chronist des linken Terrors in der Bundesrepublik („Der Baader-Meinhof-Komplex“) schildert zusammen mit seinem Co-Autor Laabs (…) auf fast 900 Seiten die Geschichte des NSU – aber auch die damit verbundenen staatlichen Skandale.Mehr ...
Heinz Bude: Gesellschaft der Angst © Hamburger Edition, Hamburg, 2014

Heinz Bude
Gesellschaft der Angst

Vor zwanzig Jahren bedeutete das Wort „prekär“ so viel wie „peinlich“, schwierig“ und wurde noch vergleichsweise wenig gebraucht. Seitdem hat es Karriere gemacht, bezeichnet Situationen der Unsicherheit und Lebenslagen, in denen es nahezu unmöglich ist, eine richtige Entscheidung zu treffen. Der Aufstieg dieses Wortes ist ein Symptom dafür, dass Angst die soziale Atmosphäre prägt. (…) Es spricht für den Soziologen Heinz Bude, dass er die zahlreichen Ängste ernst nimmt. Er will niemandem einreden, dass sie unbegründet seien; er versucht auch nicht, sie zu verstärken, um eine alarmistische Botschaft zu verkaufen.Mehr ...
Ulrich Herbert: Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert © C. H. Beck Verlag, München, 2014

Ulrich Herbert
Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert

Neu ist vor allem die Theorie über das 20. Jahrhundert, die den Titel „Hochmoderne“ trägt. Herbert lässt die Hochmoderne im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts beginnen und etwa 1990 enden. Dieser erste Argumentationsbogen des Buches ermöglicht es, die politisch so unglaublich zerfurchten Jahre als historische Einheit zu verstehen. Der zweite Bogen ist die exklusiv deutsche Signatur des Jahrhunderts mit dem absoluten Tiefpunkt des Jahres 1942: Damals begann die systematische Ermordung der Juden. Diese Bögen halten einige Überraschungen bereit.Mehr ...
Yvonne Hofstetter: Sie wissen alles. Wie intelligente Maschinen in unser Leben eindringen und warum wir für unsere Freiheit kämpfen müssen © C. Bertelsmann Verlag, München, 2014

Yvonne Hofstetter
Sie wissen alles. Wie intelligente Maschinen in unser Leben eindringen und warum wir für unsere Freiheit kämpfen müssen

Hofstetter ist seit fünf Jahren Geschäftsführerin eines Unternehmens, das sich auf Technik, die große Datenmengen auswerten kann, spezialisiert hat; sie produziert Schlüsseltechnologien im Big-Data-Bereich. Zuvor arbeitete sie bei Softwareunternehmen an Aufträgen für die Rüstungsindustrie und für den viel kritisierten, computergesteuerten Börsenhandel. Sie ist, wie man so sagt, Teil dessen, was sie beschreibt. (…)Mehr ...
Jörn Leonhard: Die Büchse der Pandora. Geschichte des ersten Weltkriegs © C. H: Beck Verlag, München, 2014

Jörn Leonhard
Die Büchse der Pandora. Geschichte des ersten Weltkriegs

Die Geschichte des Ersten Weltkriegs hat der Freiburger Historiker Jörn Leonhard in seiner Monografie „Die Büchse der Pandora“ meisterhaft zusammengetragen. Es ist ihm ein ganz großer Wurf gelungen. So schwer das mehr als 1000 Seiten starke Buch in der Hand liegt, so gewichtig wird es in der Geschichtsforschung auf Jahre hinaus sein. (…) Leonhard verweilt nicht mehr in nationalhistorischen Perspektiven, sondern hat seinen Blick auf die globalen Verflechtungen geweitet. Er zeigt den Krieg, wie er Länder auf vier Kontinenten erfasste und veränderte.Mehr ...
Meinhard Miegel: Hybris: die überforderte Gesellschaft © Propyläen Verlag, Berlin, 2014

Meinhard Miegel
Hybris: die überforderte Gesellschaft

Linke Kapitalismuskritik ist Miegel zu eng, aber dass es eine alles vernutzende Wirtschaftsform ist, die Menschen zu zwanghaften Konsumenten degradiert, sagt er entschieden. Diese Menschen verspottet er angenehmerweise nicht, er belehrt sie nicht, und er verachtet sie nicht. Miegel ist kein Moralist, das macht ihn so überzeugend. Er sieht die Tragik und belegt sie mit frischen Zahlen von Allensbach: In ihrer erdrückend großen Mehrheit, zu 75 Prozent, wissen die Bürger, dass sie zu viel verbrauchen, sie wollen sich einschränken (72 Prozent), wollen weniger Strom konsumieren (76 Prozent), sparsamer heizen (61 Prozent), regional einkaufen (60 Prozent). Und doch zerstören sie aus Gewohnheit mehr, als sie aufbauen.Mehr ...
Stefan Müller-Doohm: Jürgen Habermas. Eine Biographie © Suhrkamp Verlag, Berlin, 2014

Stefan Müller-Doohm
Jürgen Habermas. Eine Biographie

Habermas, der am kommenden Mittwoch (18. Juni 2014, Anm. d. Red.) 85 wird, bekommt nun pünktlich zum Geburtstag seine erste große Biografie (...). Geschrieben hat sie Stefan Müller-Doohm, emeritierter Soziologieprofessor in Oldenburg, der 2003 eine voluminöse Biografie Theodor W. Adornos vorgelegt hat. Auf 750 Seiten schildert er nun Leben und Werk des „berühmtesten lebenden Philosophen der Welt“, wie ihn der Rechtstheoretiker Ronald Dworkin einmal genannt hat.Mehr ...
Peter Sloterdijk: Die schrecklichen Kinder der Neuzeit. Über das anti-genealogische Experiment der Moderne © Suhrkamp Verlag, Berlin, 2014

Peter Sloterdijk
Die schrecklichen Kinder der Neuzeit. Über das anti-genealogische Experiment der Moderne

Die Menschen sind Lebewesen, die sich von Generation zu Generation zu neuen Formen von Vergemeinschaftung, Glauben, Kultur, Wirtschaft weiterbewegen können, bei denen die Söhne mit den Bräuchen der Väter brechen können. Früher war das „Sünde“, heute nennt man es „Innovation“. (...) Wenn man es so ins Biologisch-Familiäre wendet, kann man die „Generation“ zum anthropologischen Existenzial, zur Grundeinheit von Geschichtlichkeit und historischer Zeit erklären. So hält es Peter Sloterdijk in seinem neuen Buch, das noch mehr bringt als der Titel verspricht: nicht nur eine Bestandsaufnahme der Neuzeit.Mehr ...
Reiner Stach: Kafka. Die frühen Jahre © S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2014

Reiner Stach
Kafka. Die frühen Jahre

Als Reiner Stach 2002 den ersten Band seiner biografischen Trilogie vorlegte, überraschte er, indem er mit der Lebensmitte begann. Von dort schritt er im nächsten Band bis zum Tod Kafkas voran und kehrte erst jetzt im Schlussteil an den Anfang zurück. (…) Stach legt am „Beginn der Vorstellung“ die politischen und gesellschaftlichen Spannungen im Kaiserreich offen. Er greift nach der Eröffnungsszene bis zum Prager Fenstersturz des Jahres 1618 zurück und fahndet von dort aus nach den Vorfahren der Kafkas.Mehr ...
Philipp Ther: Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa © Suhrkamp Verlag, Berlin, 2014

Philipp Ther
Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent.
Eine Geschichte des neoliberalen Europa

Hat Europa 1989 eine Revolution erlebt? Sind die umstürzenden Ereignisse der späten 1980er Jahre in Osteuropa auf einen Nenner zu bringen? Viele Beteiligte sprachen damals von einer Revolution, fügten jedoch relativierende Beiwörter wie „friedlich“ (DDR), „samten“ (Tschechien), „zart“ (Slowakei), „singend“ (Estland) hinzu, um den gewaltlosen Charakter des Übergangs zu betonen, ohne das Heroische, Riskante und Aufopferungsvolle am Handeln der Protagonisten in Zweifel zu ziehen.Mehr ...
Volker Weidermann: Ostende. 1936, Sommer der Freundschaft © Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln, 2014

Volker Weidermann
Ostende. 1936, Sommer der Freundschaft

Der Zeitpunkt, noch einmal das Panorama der deutschen Literatur auszubreiten, ehe deren Protagonisten in alle Richtungen ums Leben flüchten mussten, ist klug gewählt. Wer sehen wollte, für den war im Sommer 1936 längst zu erkennen, dass die Nationalsozialisten sich mit der Herrschaft über Deutschland nicht zufrieden geben werden; aber andere mochten damals noch ihre Illusion hüten, über Deutschland und Italien wäre befristet eine autoritäre Ära verhängt, die eines nicht allzu fernen Tages am demokratischen Widerstand in diesen Ländern auch wieder ihr Ende finden werde.Mehr ...
VHeinrich August Winkler: Geschichte des Westens. Vom Kalten Krieg zum Mauerfall © C. H. Beck Verlag, München, 2014

Heinrich August Winkler
Geschichte des Westens. Vom Kalten Krieg zum Mauerfall

Mit dem dritten Band seiner „Geschichte des Westens“ legt Heinrich August Winkler nur drei Jahre nach Erscheinen des vorherigen Bandes ein voluminöses Grundlagenwerk vor: Es trägt zwar die Geschichte des „Westens“ im Titel, ist in Wahrheit aber eine politische Weltgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. (...) Winkler beschreibt die wichtigsten transnationalen Prozesse:Mehr ...