Slowenien

Tschick

© Mag/EtöMatej Bogataj
Lada Niva im Roggen
In: www.mladina.si


© Cankarjeva založbaMaik, vorm Abitur, mit einer Mutter, die regelmäßig in die Entzugsklinik wandert, mit einem Vater, der sich eine kaum volljährige Geliebte leistet, freundet sich mit einem Assi-Russen an. Zusammen mit Tschick, wie er genannt wird, klauen die beiden einen Lada Niva. Die Jungs begeben sich in die Walachei. Transsylvanien? Blut? Ja!

Herrndorf würzt seine Geschichte vom überhitzten Sommer, den ratlosen Halbwüchsigen, mit einer kräftigen Prise Humor. Wunderliche Versuche werden beschrieben, ihre Unterschriften mit dem Niva in den Roggen zu schreiben. Auch bei der Geografie hapert es, sie erreichen irgendein Gebirge – es scheint der Wilde Westen zu sein, mit Kratern vom Tagebau und Typen mit Gewehren.

Herrndorfs Expedition mit dem geklauten Niva ist ein versöhnlicher Roman; Zusammenstöße gibt es eher mit den eigenen Begrenzungen und Vorurteilen. Die Welt ist ein einziger Beweis, dass es nur außerhalb der Familie easy und normal zugeht, denn die eigene Familie ist eine unerreichte Pathologie. Der Anteil der Wunderlinge unter den Personen scheint anzudeuten, dass alle, Maik und Tschick eingeschlossen, ein Anrecht auf Andersartigkeit haben, wenn schon nicht gar auf die Benutzung fremder Fahrzeuge.

Wolfgang Herrndorf
Čik. (Originaltitel: Tschick)
Übersetzt von: Brane Čop
Ljubljana : Cankarjeva založba, 2013
ISBN 978-961-231-940-3