Tschechien

Konzert ohne Dichter

Jana Dušek Pražáková
Klaus Modick: Koncert bez básníka (Konzert ohne Dichter).
In: Iliteratura, 26. Juni 2016


Klaus Modick: Koncert bez básníka  © PLUSDen Rahmen des Romans Konzert ohne Dichter bilden drei Tage, in denen der Maler, Architekt und Innenraum-Designer Heinrich Vogeler sich auf die bislang größte Ausstellung seiner Werke in Oldenburg vorbereitet. Aus Vogelers Perspektive erfahren wir nicht nur, wie die Künstlerkolonie Worpswede entstand, sondern auch seine empfindliche Freundschaft mit Rainer Maria Rilke. Während des harmonischen Zusammenlebens in Worpswede entwickeln sich Vogeler und Rilke zu Antagonisten, zwischen denen die Verständigung unmöglich ist: Mangelt es ersterem nicht an Aufträgen und der Gunst von Seiten der Mäzene, so ist letzterer ohne Rücksicht auf das Finanzielle von seiner Arbeit besessen und verfolgt ausschließlich “höhere Ziele”. Praktische Lebensfragen haben bei ihnen keinen Platz.

Konzert ohne Dichter bietet eine intelligente und dabei jedem zugängliche Lektüre. Der Roman strahlt Leichtigkeit, Witz und Distanz aus, wie sie der deutscher Literatur manchmal fehlen. (...)

Modicks Text lässt die Frage, wie viel Platz der Kunst in unserem Leben gebührt, offen. Die fruchtbare Rivalität der beiden Vertreter unterschiedlicher Herangehensweisen an die Kunst, ihr Kampf um die Wahrheit greift gleich auf der ersten Seite und lässt einen nicht mehr los.

Klaus Modick
Koncert bez básníka (Originaltitel: Konzert ohne Dichter) Übersetzung: Tomáš Dimter
Brno: HOST, 2016
ISBN: 978-80-7491-553-6