Seit die Götter ratlos sind

Verlag Das Neue Berlin, Berlin 1994. 415 Seiten
Die 1964 geborene Kerstin Jentzsch hat eine wechselvolle DDR-Biographie vorzuweisen, die sie der Heldin ihres Romans andichtet. Lisa Meerbusch ist „eine typische Ostmauke“, heißt es da, „die zu langsam lernt, zu langsam begreift.“ Hätte das jemand aus dem Westen geschrieben, gäbe es berechtigterweise beleidigte Proteste, die Gräben zwischen West- und Ostmentalität täten sich erneut auf. Doch hier plaudert eine junge Frau sozusagen aus dem Nähkästchen. […] Man begleitet im ersten Teil des Romans die junge und schöne Lisa Meerbusch auf ihren Wegen durch den schwierigen DDR-Alltag, bis in die berüchtigten Kombinate hinein, zum Ernteeinsatz etwa oder auf die Datscha des Opas. Der Leser erlebt dann mit der Sozialismus-gläubigen und nur zaghaft zweifelnden Heldin die Wendezeit nach der Maueröffnung, die ersten Erfahrungen mit dem Westen, die vielfältigen Hoffnungen und Enttäuschungen zwischen bürgerbewegten Utopisten und clever-smarten oder knallharten Kapitalisten.
Kerstin Jentzsch – Biografie
Stefan Eggert: „Aus der DDR-Tristesse in die griechische Sonne. Die junge Berlinerin Kerstin Jentzsch legt ihren autobiographischen Erstlingsroman vor“
© Der Tagesspiegel, 15.05.1994













