Animal triste

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1996, 239 Seiten
Post coitum animal triste ... Nach dem Beischlaf ist jeder traurig. Vielleicht ist dies ein trauriges Buch, jedenfalls handelt der neue Roman von Monika Maron von enttäuschter Liebe, von nicht eingelöster Erwartung, vom Kurzschluss der Utopie. Die Ich-Erzählerin gibt ihr Alter kokett mit etwa 100 an, aber in Wahrheit mag es sich um eine Frau Mitte 50 handeln, eine Paläontologin aus Ostberlin, die zurückschaut auf das, was man gemeinhin eine unmögliche Liebe nennt. Eines Tages, kurz nach der deutsch-deutschen Wende, trifft sie im Museum auf Franz aus Ulm, der zu einer jener übelbeleumdeten Evaluierungskommissionen aus dem Westen gehört, die im Osten – hier im Naturkundemuseum – alles neu regeln sollen. Maron erzählt die Geschichte dieser deutsch-deutschen Liebe in jenem Grauton, der Wirklichkeit und Vorstellung miteinander verwischen lässt.
Monika Maron – Biografie
Wolf Scheller: „Monika Maron und ihr Roman ‚Animal triste‘. Liebe in den Zeiten der Wende“
© Handelsblatt, 19.04.1996











