Blühende Landschaften. Eine Heimatkunde

Goldmann Verlag, München 2004, 220 Seiten
Es beginnt nicht erwartungsgemäß, wie in dieser kleinen deutsch-deutschen „Heimatkunde“ überhaupt wenig Erwartbares steht, was ein großes Glück ist. Im Grunde wundert man sich die ganze Zeit und bedauert an manchen Stellen sogar, dass man, im Westen geboren, gewisse Dinge so nicht erlebt hat. Blühende Landschaften, das muss vorweg gesagt werden, ist nämlich kein trauriges oder larmoyantes Buch – im Gegenteil. Es ist auch nicht ostalgisch, obwohl dem Autor bestimmte DDR-Errungenschaften erklärtermaßen ans Herz gewachsen sind, wie zum Beispiel die Trabis. […] Blühende Landschaften ist keine Generation Golf für den Osten und auch keine Zonenkinder-Phantasie. Nach den kollektiven Bekenntnissen führt das Buch vielmehr vor, wie einfach es sein kann, nur für sich zu sprechen: […] „Dresden hat ja in den letzten Jahren unheimlich viele Einwohner verloren. Zum Beispiel mich. Ich bin 1993 nach Hamburg gezogen.“ Und erst dort sei er zu etwas geworden, von dem er vorher gar nicht wusste, dass es das überhaupt gibt: „zum Ostdeutschen“.
Peter Richter – Biografie
Julia Encke: „Der geplünderte Osten“
© Süddeutsche Zeitung, 12.03.2004













