Eins zu eins

Kiepenheuer & Witsch, Köln 2003, 427 Seiten
Als in Jens Sparschuhs neuem Roman Eins zu eins plötzlich der schweigsame Archivar eines Landkartenverlags verschwindet, ist schnell klar, dass er, wie so viele besessene Forscher vor ihm, auf der Suche ist nach diesem irrlichternden Ort, der ebenso versunken ist wie Vineta. Wie Atlantis. Oder wie jene DDR, die Sparschuh 1995 in seinem Bucherfolg Der Zimmerspringbrunnen sehr eindrucksvoll in einem solchen untergehen ließ. Kein Wunder, dass der Arbeitskollege, den Sparschuh dem Archivar als Ich-Erzähler hinterherschickt, den Leser also mitnimmt in eine seltsam entrückte Landschaft, wo sich überall in der wendischen Geschichte die ostdeutsche Gegenwart spiegelt wie die Bäume in den märkischen Seen.
Jens Sparschuh – Biografie
Peter Richter: „Wende verzweifelt gesucht“
© Frankfurter Rundschau, 18.03.2003
Der Zimmerspringbrunnen

Kiepenheuer & Witsch, Köln 1995, 160 Seiten
Der Aufstieg Hinrich Lobeks vom abgewickelten Angestellten der Ostberliner Kommunalen Wohnungsverwaltung zum Vertreter für Zimmerspringbrunnen endet mit einer Beförderung zum Vertriebsleiter Ost. […] Jens Sparschuh erzählt von Menschen, die zu einer realistischen Sicht auf ihre Vergangenheit nicht fähig sind. Der Zimmerspringbrunnen bündelt als Sinngebilde die nachträgliche Mythisierung des DDR-Sozialismus, die als Herrgottswinkelkitsch dem Denkmalschutz entschieden entzogen wird. Der Humor des Autors bindet aber zweierlei Wahrheit, das Verständnis für die Kleinatlantiker und die Kritik an einer Zeit, die Menschen vorenthält, was ihrem Leben Sinn gibt.
Jens Sparschuh – Biografie
Sibylle Cramer: „Ein literarisches Souvenir aus dem versunkenen Atlantis“
© Frankfurter Rundschau, 18.11.1995













