Vielfältig und individuell erscheinen Deutschlands renommierte große Konzerthäuser, die man als die tragenden Säulen der klassischen Orchesterlandschaft ansehen kann. Fast jede größere deutsche Stadt leistet sich ein Konzerthaus oder ein modernes Kultur- und Kongresszentrum mit geeigneter Raumakustik für Sinfoniekonzerte. Die kommentierte Übersicht bietet eine charakteristische Auswahl: genannt werden sämtliche Konzerthäuser mit eigenständigem Programm-Profil sowie Kulturzentren, die von professionellen Orchestern als Hauptspielstätten genutzt werden.
Baden-Baden - Festspielhaus


Das zweitgrößte Opernhaus Europas - und gleichzeitig das einzige aus Privatgeldern bespielte - eröffnete 1998 in Baden-Baden. Die ehemalige Bahnhofshalle im neoklassizistischen Stil wurde in ein Festspielhaus mit 2500 Plätzen verwandelt, in dem Konzerte, Ballette und Opern stattfinden.
Bamberg - Konzerthalle
Die 1993 eröffnete Bamberger Konzerthalle ist als moderner Veranstaltungskomplex entworfen worden, der Raum für Kongresse und Konzerte aller Art bietet. Die Bamberger Symphoniker haben im Joseph-Keilberth-Saal ihre Hauptspielstätte. Dort befindet sich auch die von Georg Jann erbaute zweitgrößte Konzertorgel Europas.
Berlin - Philharmonie

Die Berliner Philharmonie, erbaut Anfang der 1960er Jahre von Hans Scharoun, ist einer der wichtigsten Konzertsäle in Berlin und Heimstatt der Berliner Philharmoniker. Prägnant ist die zirkusartige Architektur mit einem pentagonalen Konzertsaal. Dank der mittig platzierten Bühne ist von allen Seiten eine gleich gute Sicht auf die Veranstaltungen möglich.
Berlin - Konzerthaus
In Berlins Mitte befindet sich das traditionsreiche Konzerthaus, das mit vier Konzertsälen Hauptspielstätte des Berliner Sinfonieorchesters ist. Das nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaute Konzerthaus ist nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel um 1820 errichtet worden und zählt heute zu den Meisterwerken klassizistischer Architektur in Deutschland.
Bielefeld - Rudolf-Oetker-Halle
Die Rudolf-Oetker-Halle stammt aus dem Jahr 1930. Sie ist nicht nur Heimat der Bielefelder Philharmoniker, sondern auch Veranstaltungsort für Tagungen und Kongresse. Gestaltet wurde sie nach dem Entwurf „Die Neunte“ der Architekten Tietmann & Haake: dieses Konzept spiegelt sich in der neunjochigen Vorhalle wider, die von über drei Stockwerke verlaufenden Säulen getragen wird.
Bonn - Beethovenhalle
Die Beethovenhalle, deren geschwungener Rundbau vom Rhein aus gut sichtbar ist, wurde 1959 eröffnet. Der große Saal fasst rund 2000 Besucher. Er ist Heimat des Beethoven-Orchesters und dient als Schauplatz für das Internationale Beethovenfest, sowie für große Kongresse und Parteitage.
Bremen - Die Glocke
In Nachbarschaft zum historischen Bremer Marktplatz befindet sich das Konzerthaus „Glocke“, das ein breites musikalisches Programm präsentiert. Von außen beeindruckt das Gebäude durch seine hanseatische Giebelfassade, während Konzertsäle und Foyer im Art-déco-Stil der 1920er Jahre gestaltet sind.
Dortmund - Konzerthaus
Das Konzerthaus Dortmund ist zugleich die Philharmonie für die Region Westfalen und Spielstätte für das Philharmonische Orchester Dortmund. Der 2003 eröffnete Neubau ist ein Komplex aus Beton, Holz und in viele Farben getauchter Glasfassade, dessen großer Konzertsaal mit einer Platzkapazität für 1500 Personen nach modernster Raumakustik gestaltet ist.
Düsseldorf - Tonhalle
Die Tonhalle Düsseldorf, die von dem Architekten Wilhelm Kreis 1925 ursprünglich als Planetarium entworfen wurde, ist eine Rundhalle aus Backstein mit einem grünen Kuppelbau. Das am Rheinufer lokalisierte Konzerthaus ist die Hauptspielstätte der Düsseldorfer Symphoniker.
Essen - Philharmonie
Die Philharmonie Essen, deren bereits hundertjähriger Saalbau im Jahr 2004 komplett renoviert wurde, ist heute das größte Konzert- und Veranstaltungshaus im Ruhrgebiet. Der moderne Konzertsaal in hellem Holz mit roten und blauen Farbakzenten fasst rund 2000 Besucher und ist konzertante Heimat der Essener Philharmoniker.
Frankfurt/Main - Alte Oper
Inmitten moderner Geschäftsgebäude prägt die Alte Oper, die 1981 nach ihrer Zerstörung im 2. Weltkrieg im spätklassizistischen Stil wieder aufgebaut wurde, die Frankfurter Innenstadt. Das ehemalige Opernhaus ist heute ein international bedeutendes Konzerthaus, in dem täglich Veranstaltungen renommierter Künstler aller Musikrichtungen zu erleben sind.
Frankfurt/Oder - Konzerthalle "Carl Philip Emanuel Bach"
Die Konzerthalle „C. P. E. Bach“ am Frankfurter Oderufer ist eine Rekonstruktion der ehemaligen Franziskanerkirche, einem Backsteinbau aus dem 13. Jahrhundert. Seit 1967 dient sie als Veranstaltungs- und Konzertort und ist die Spielstätte des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt.
Freiburg im Breisgau - Konzerthaus

1996 eröffnete in Freiburg das Konzerthaus, das seitdem Hauptsitz des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg ist. Es beherbergt neben einem kleinen amphitheaterähnlichen Konzertraum einen großen Saal, der dank moderner Bühnentechnik als variabler Veranstaltungsort für Konzerte, Kongresse und Tagungen genutzt werden kann.
Halle - Georg-Friedrich-Händel-Halle
Die Georg-Friedrich-Händel-Halle in der Saalestadt Halle wurde 1998 eingeweiht und ist damit die erste neu erbaute Kongress- und Konzerthalle in den neuen Bundesländern. Der große Saal dient als Hauptspielstätte des philharmonischen Staatsorchesters Halles. Seit Oktober 2000 bereichert die von Johannes Klais erbaute große Konzertorgel den Spielplan.
Jena - Philharmonie im Volkshaus

Der große Konzertsaal des 1903 erbauten Volkshauses in Jena dient als Heimstatt der Jenaer Philharmonie, wird aber auch als Raum für Konzerte anderer Genres genutzt.
Kiel - Schloss
Das Kieler Schloss, ehemals bedeutendster Renaissance-Bau in Schleswig-Holstein, wurde 1944 zerstört. 1965 wurde es als Kulturzentrum mit Reminiszenzen an die ehemalige Architektur neu aufgebaut. Der große Konzertsaal, der mit vergoldetem Rang und roten Sitzen an barocke Opernsäle erinnert, ist unter anderem Hauptspielstätte des philharmonischen Orchesters Kiel.
Köln - Philharmonie

1986 wurde die Kölner Philharmonie eingeweiht, die sowohl das Gürzenich-Orchester als auch das WDR Sinfonieorchester Köln beheimatet. Im großen Saal, der einem Amphitheater nachempfunden ist, finden täglich Veranstaltungen statt.
Leipzig - Gewandhaus
Das Gewandhausorchester, ältestes bürgerliches Orchester Deutschlands, bezog seinen Namen im 18. Jahrhundert von seiner ersten Spielstätte, der Messehalle eines Tuchhändlers. 1981 erhielt es mit dem nach ihm benannten Gewandhaus zu Leipzig ein modernes Konzerthaus, dessen Erscheinungsbild der Künstler Sighard Gille mit dem größten zeitgenössischen Deckenfresko Europas geprägt hat.
Lübeck - Musik- und Kongresshalle

Die an der Lübecker Trave gelegene Musik- und Kongresshalle, genannt „MuK“, wurde von Meinhardt von Gerkan konzipiert und 1994 eingeweiht. Während das Foyer bei Popkonzerten oder Kongressen rund 3500 Besuchern Platz bietet, fasst der große in hellem Holz gestaltete Konzertsaal rund 1900 Personen und ist dank seiner hervorragenden Akustik nicht nur Heimstatt des Philharmonischen Orchesters Lübeck, sondern auch Hauptspielstätte des Schleswig-Holstein Musik Festivals.
München - Gasteig
Das 1985 eröffnete Kultur- und Bildungszentrum „Gasteig“ in München befindet sich in einem großen vielgliedrigen Backsteingebäude an der Isar. Es beherbergt zahlreiche Veranstaltungsinstitute und Konzertsäle wie etwa die Stadtbibliothek, das Konservatorium, die Blackbox oder den Carl-Orff-Saal. Der größte Saal ist die amphitheaterähnliche Philharmonie: Sie fasst über 2000 Besucher und ist Heimstatt der Münchner Philharmoniker.
Nürnberg - Meistersingerhalle
Seit seiner Einweihung 1963 ist die Meistersingerhalle mit zwei Sälen und sechs Tagungsräumen der größte Veranstaltungsort Nürnbergs für Konzerte, Konferenzen und Galas. Die in der Parklandschaft Luitpoldhain gelegene Mehrzweckhalle ist unter anderem Spielort für die Sinfoniekonzerte der Nürnberger Philharmoniker und Symphoniker.
Potsdam - Nikolaisaal
Das von Rudy Ricciotti entworfene Konzert- und Veranstaltungshaus Nikolaisaal in Potsdam wurde im Jahr 2000 eröffnet. Die futuristische Architektur des großen Konzertsaals steht in spannungsvollem Kontrast zum barocken Gebäude. Regelmäßig finden Konzerte der Kammerakademie Potsdam, des Filmorchesters Babelsberg, der Brandenburger Symphoniker und des Brandenburger Staatsorchesters Frankfurt statt.
Stuttgart - Liederhalle

Die Architektur der Liederhalle im Zentrum Stuttgarts geht auf das Konzept von Rolf Gutbrod und Adolf Abel zurück und war zur Zeit seiner Fertigstellung 1956 das erste asymmetrische Konzerthaus der Welt. Heute kann die mittlerweile erweiterte Kultur- und Kongresshalle mit 20 Tagungsräumen und fünf Konzertsälen wie dem Beethoven-, dem Hegel- oder Mozartsaal bis zu 6000 Besucher aufnehmen.
Weimarhalle

Im Kulturstadtjahr Weimars 1999 wurde das von Gerkan Mark & Partnern konzipierte congress centrum neue Weimarhalle eröffnet. Der moderne Bau aus Beton und Zedernholz befindet sich in erhöhter Terrassenlage im Schwanseepark. Regelmäßig finden dort im Großen Saal, der als Hauptspielstätte der Weimarer Staatskapelle genutzt wird, Konzerte verschiedenster Genres statt.










