Karl-Ernst Herrmann

Ursula und Karl-Ernst
Herrmann, © privat
Karl-Ernst Herrmann wurde 1936 in Neukirch/ Oberlausitz geboren. Er studierte an der Berliner Hochschule für Bildende Künste in Willi Schmidts Bühnenbildklasse. Sein erstes Engagement erhielt er am Stadttheater in Ulm unter Intendant Kurt Hübner. 1962 wechselte Karl-Ernst Herrmann zum Theater der freien Hansestadt Bremen, wo er Peter Stein kennen lernte. Von 1969 bis 1970 ging er als Ausstattungsleiter an das Staatstheater Braunschweig; hier traf er die Regisseure Claus Peymann und Niels-Peter Rudolph. Er war als freier Bühnen- und Kostümbildner an den Münchner Kammerspielen, der Freien Volksbühne Berlin, bei den Recklinghauser Ruhrfestspielen, an den Stadttheatern Kiel und Kassel und am Hamburger Schauspielhaus engagiert.

1971 holte Peter Stein Herrmann nach Berlin an die Schaubühne am Halleschen Ufer. Hier war er maßgeblich für dessen großen Erfolge mitverantwortlich. Herrmann galt lange Zeit als der prägende Bühnenbildner der Schaubühne. In Kritikerumfragen der Fachzeitschrift „Theater heute“ wurde er mehrmals zum Bühnenbildner des Jahres gewählt. 1989 wurde Peter Stein und Karl-Ernst Herrmann der Berliner Theaterpreis verliehen.

Neben Peter Stein war Claus Peymann der häufigste Partner von Karl-Ernst Herrmann. Bei den Salzburger Festspielen stattete er sämtliche Uraufführungen von Stücken Thomas Bernhards aus. Die intensive Zusammenarbeit mit Peymann setzte sich von 1974 bis 1980 am Württembergischen Staatsschauspiel, von 1980 bis 1985 am Bochumer Ensemble und von 1986 bis 2000 am Burgtheaters Wien fort. Hier arbeitete Herrmann zudem auch mit den Regisseuren Niels-Peter Rudolph, Christof Nel, Dieter Giesing und George Tabori.

1982 begann Karl-Ernst Herrmanns Karriere als Opernregisseur am Brüsseler Théâtre de la Monnaie. Bei seinen Inszenierungen arbeitete er stets mit seiner Frau Ursel zusammen, entwarf selbst das Bühnenbild und die Kostüme und gestaltete das Licht. Weitere Opern inszenierte Karl-Ernst Herrmann bei den Wiener Festwochen, den Salzburger Festspielen, an der Staatsoper Wien, der Staatsoper Unter den Linden in Berlin und der Nederlandse Opera Amsterdam. Neben seinen eigenen Regiearbeiten stattete Karl-Ernst Herrmann auch weiterhin Steins Operninszenierungen in Cardiff und Amsterdam aus, war für die Bühnenbilder von Thomas Langhoffs und Luc Bondys Inszenierungen am Deutschen Theater in Berlin und von Matthias Hartmann am Residenztheater München, am Schauspielhaus Bochum und Zürich verantwortlich und führt außerdem die Zusammenarbeit mit Claus Peymann, inzwischen am Berliner Ensemble, fort.

Von 1994 bis 2000 wurden Karl-Ernst und Ursel Herrmann als Leiter der Bühnenbildklasse an die Münchner Akademie der Bildenden Kunst berufen.