Preise sind, wo kein zentraler, so doch ein stets willkommener, weil schmückender Teil des Theaterlebens, verlängern sie doch den flüchtigen Augenblick des Applauses, belohnen die Mühen im Verborgenen, machen sich darüber hinaus gut in der Vita und erfreuen auch noch all diejenigen, die zur Verleihungsfeier mit Champagner und Häppchen eingeladen sind. „Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze“, dichtete schon Friedrich Schiller im Prolog zu „Wallenstein“ – da darf wenigstens die Mitwelt sich nicht lumpen und es nicht an Ehrungen fehlen lassen, wenn auch in manchem Fällen nicht eindeutig zu klären ist, ob tatsächlich der Preis die Preisträger ehrt oder eher umgekehrt.
Silvia Stammen
stellte die Linksammlung zusammen. Sie ist freischaffende Kulturjournalistin in den Bereichen Theater, Performance und Tanz. Sie schreibt unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Theater heute, ballettanz und tanzjournal.
Grillparzer-Ring

Der Grillparzer-Ring ist eine 1964 vom österreichischen Unterrichtsministerium gestiftete Ehrung für Intendanten, Regisseure, Schauspieler, Bühnen- und Kostümbildner sowie Dramaturgen, Übersetzer und Wissenschaftler, die sich in besonderer Weise um das Werk Franz Grillparzers verdient gemacht haben. (Nicht zu verwechseln mit dem Grillparzer-Preis, der zwischen 1875 und 1971 alle drei Jahre für ein deutsches dramatisches Werk vergeben und dann eingestellt wurde.)
Das deutsche Zentrum des Internationalen Theaterinstituts ITI nimmt den Welttheatertag am 27. März zum Anlass, herausragende Persönlichkeiten des Theaters zu ehren, deren Theaterarbeit in Deutschland in besonderer Weise international ausstrahlt.
Bisherige Preisträger des seit 1985 vergebenen Preises zum Welttheatertag waren unter anderen Klaus Michael Grüber, George Tabori, die Mülheimer Theatertage, Pina Bausch, Tankred Dorst, William Forsythe, Volker Ludwig und das GRIPS-Theater, das Internationale Forum Junger Bühnenangehöriger und Manfred Linke, das Theater an der Ruhr, Frank Castorf, Nele Hertling, Kurt Hübner, Andrzej Wirth und Jürgen Gosch. Im Jahr 2010 geht der Preis zum Welttheatertag an Christoph Marthaler und Anna Viebrock.
Im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst verleiht die Arbeitsgemeinschaft der Kinder- und Jugendtheater Baden-Württemberg seit 1981 alle zwei Jahre den Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg. Eine Fachjury, bestehend aus Theater-, Presse- und Verlagsvertretern sowie einem Autor oder einer Autorin, wählt aus den eingesandten, noch nicht ur- beziehungsweise erstaufgeführten Stücken einen Haupt- und einen Förderpreis, die mit einem Preisgeld in Höhe von 7.500 bzw. 2.500 Euro ausgestattet sind. 2008 wurde außerdem erstmals ein Projekt-Stipendium in Höhe von 5.000 Euro ausgeschrieben, das die Zusammenarbeit eines Autors oder einer Autorin mit einem baden-württembergischen Theater ermöglichen soll.