Neue Theaterstücke des Kinder- und Jugendtheaters

„Die mich jagen“ von Eva Rottmann

© Frank Wölfl„Die mich jagen“ © Frank Wölfl

Eva Rottmann wurde 1983 in Würzburg geboren. 2004 begann sie ihr Studium an der Zürcher Hochschule der Künste am Departement Darstellende Künste und Film. Bereits während des Studiums partizipierte sie bei zahlreichen Theaterprojekten. Seit 2008 ist sie diplomierte freie Theaterschaffende und arbeitet als Theaterpädagogin, Regisseurin und Autorin. In der Spielzeit 2009/10 war sie am Schauspielhaus Zürich als Theaterpädagogin tätig.

„Die Wahrheit ist immer ein Dreiwörtersatz. Er ist tot. Ich liebe dich. Sie ist weg. Alles war besser." Doch Wahrheit ist so vergänglich wie das Paradies, von dem jeder ein kleines Stück finden möchte oder glaubt, gefunden zu haben. Charlotte ist 17, ein eigenwilliges, starkes Mädchen mit einem ebenso starken Gerechtigkeitssinn. Sie ist mit ihrer Mutter in eine Kleinstadt gezogen. Dort ihren Platz zu finden, ist gar nicht so ohne, auch weil sie sich verpflichtet fühlt, ihre Mutter an die Hand zu nehmen: "Bei meiner Mutter ist alles Gute schon passiert, obwohl als es passiert ist, überhaupt nicht gut war" und "jetzt tut sie plötzlich so als wären wir aus dem Paradies vertrieben worden". Für beide ist es ein schwieriger Neuanfang. Aus dem Paradies vertrieben fühlt sich auch Adam. Von seiner Rente kann er kaum leben, der Magen knurrt, die Gedanken sind wirr, der Abschied von seiner Eva schmerzhaft – mit ihr ist das Glück gegangen. Die Tage vergehen im schwerfälligen Gleichmaß: "Die Wohnung ist so still, dass einem das eigene Herzklopfen Angst macht." Adam bricht auf zu einem Befreiungsschlag und ein in ein fremdes Haus. Auf der Suche nach Essen, nach einem neuen Platz für sich, oder um sich und seiner Eva etwas zu beweisen? So steht er nachts vor einer fremden Tür und vor Jannik. Der 16-Jährige erwartet eigentlich Charlotte. Seitdem sie das erste Mal auf dem Schulhof stand, spielt das Herz verrückt. Tagelang hat er sinniert, bis er sie endlich angesprochen und eingeladen hat. Für Jannik wird die Situation kompliziert, weil er Charlotte, wenn schon nicht mit großen Worten, dann immerhin mit einem romantischen Abend beeindrucken möchte. Doch da steht dieser alte Mann vor seiner Tür und dann ist da noch ein Fuchs.

Eva Rottmann schafft mit „Die mich jagen“ eine Situation, die aus dem Ruder läuft: In der Begegnung zweier Generationen und ihrer Realitäten geht es um die Suche nach dem eigenen Paradies, das Ausloten von Freiheit und um Kontrollverlust. Wer ist Jäger, wer Gejagter? Auf welcher Seite stehen die Gefühle, Erwartungen und Nöte? Auf welcher Seite stehe ich? Und wo, um Himmels willen, ist das Paradies?
(Felix Bloch Erben)


„Die mich jagen“ ist ein sorgfältig komponiertes Stück über Sein und Haben, gleichzeitig Komödie und bissiger Kommentar auf verlorene Glücksversprechen und den Anpassungsdruck einer Gesellschaft, die unter ökonomischem Druck zusehends auseinanderdriftet.
(Jury Deutschen Jugendtheaterpreis 2012)


Auszeichnung
2012 Deutscher Jugendtheaterpreis für „Die mich jagen“
Technische Daten
Uraufführung 06.05.2011, Theater Baden-Baden
Regie Laura Huonker
Personenzahl 1 Dame, 2 Herren
Altersempfehlung ab 12 Jahren
Rechte Felix Bloch Erben GmbH
Verlag für Bühne, Film und Funk
Hardenbergstraße 6
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Deutschland

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