Neue Theaterstücke des Kinder- und Jugendtheaters

„PIDKID.DE“ (AT) von Nina Ender

© Nina Ender„PIDKID.DE“ (AT) © Nina Ender

Nina Ender, geboren 1980 in Erlangen, aufgewachsen in Ulm, absolvierte das Grundstudium Journalistik, Kommunikationswissenschaft und Germanistik mit Schwerpunkt Theater in Hamburg, bevor sie von 2004 bis 2008 an der Universität der Künste Berlin Szenisches Schreiben studierte. Mit ihrem Stück "Die Wissenden" gewann Nina Ender den 5. Stückewettbewerb der Berliner Schaubühne und wurde außerdem für das sechsmonatige Mentoren-Stipendium der CONTEMPORARY ARTS ALLIANCE BERLIN im Bereich zeitgenössisches Theater ausgewählt. "Die Wissenden" wurde beim Festival Internationale Neue Dramatik 2008 (F.I.N.D.8) an der Schaubühne vorgestellt, wo es im Februar 2009 auch zur Uraufführung kam (Regie: Jan-Christoph Gockel). Nina Ender lebt in Berlin.
(henschel SCHAUSPIEL)


2012 gewinnt Nina Ender den Jugendtheaterpreis Baden Württemberg mit der Projektskizze Pidkid.de (AT), deren Inszenierung 2013 in Zusammenarbeit mit dem Theater Ulm entsteht.
Das Projekt widmet sich der Debatte über die begrenzte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID). Der Entscheid im Bundestag vom Juli 2011 befürwortet zellbiologische Eingriffe in embryonales Erbgut, mit dem Ziel erhebliche Erbkrankheiten sowie Früh- oder Totgeburten zu vermeiden. Ender greift diese Debatte in ihrem Stück auf und stellt Fragen nach ethischer Verantwortung und konkreten Konsequenzen für das Kind.
Was bedeuten die Möglichkeiten der modernen Reproduktionsmedizin für die durch sie entstandenen Kinder? Sind die Kinder überhaupt so, wie die Eltern sie haben wollten? Wird das Erfüllen von gefühlten Erwartungen zum gesteigerten Leistungsdruck? Ist es unter diesen Voraussetzungen möglich, mit Schwächen umzugehen?

Pidkid.de erzählt die Geschichte des Brüderpaars Mark und Moritz, wobei Moritz dank einer Knochenmarkspende seines Bruders überlebte. Mit dieser Ausgangskonstellation löst Ender bei den Brüdern eine rasante Achterbahn der Gefühle aus.
Die gemeinsame Daseinsberechtigung wird in Frage gestellt und zwischen den Brüdern entspannt sich ein Missverhältnis des ursprünglichen Vertrauens. Moritz fühlt sich seinem Bruder zu lebenslangem Dank verpflichtet und findet sich in einem eisernen Leistungsdruck, das perfekte Kind zu sein, wieder. Mark nutzt hingegen diese Überlegenheit aus, worauf sich Moritz Gleichgesinnte im Internet, eben auf pidkid.de, sucht.

Nina Ender dekliniert verschiedene Konsequenzen der begrenzten Zulassung der Präimplantationsdiagnostik kritisch durch und lässt die Kinder selbst zu Wort kommen.

Fehlgeburten, schwerbehinderte Kinder - die Antwort: Präimplantationsdiagnostik. Nina Ender nimmt in ihrem Stück "Pidkid.de" die Kindersicht ein. (…) Das Stück spielt im Jahr 2026, wenn die ersten Pidkids 14 Jahre alt sein werden. Also in einem Alter, in dem bei Jugendlichen die Suche nach sich selbst beginnt. "Mir ist es wichtig, nicht über die Jugendlichen hinwegzuschreiben", kommentiert Nina Ender.
(05.07.2012, Südwest Presse)


Auszeichnung
Jugendtheaterpreis Baden Württemberg 2012
Technische Daten
Uraufführung 2013 am Theater Ulm
Personenzahl Besetzung variabel (mind. 1 Dame, 2 Herren)
Altersempfehlung k. a.
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