Neue Theaterstücke des Kinder- und Jugendtheaters

„Hello – Goodbye“ von Corinna Sigmund

Hello Goodbye © Harald MorschHello Goodbye © Harald Morsch

Corinna Sigmund wurde 1982 in Dachau geboren. Sie studierte Komparatistik, Philosophie und Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie der Université de la Sorbonne Paris.
Seit 2008 ist sie Kollegiatin im trinationalen Graduiertenkolleg „Gründungsmythen Europas in Kunst, Literatur und Musik“ der Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn. Corinna Sigmund nahm an universitären Literaturkursen teil und war Mitglied in Dichterkreisen sowie Schreibwerkstätten. Seit 2009 arbeitet sie am Projekt „Junge Bühne“ des Theater Marabu in Bonn mit. Im Juni 2009 war sie Stipendiatin des 13. Klagenfurter Literaturkurses. Corinna Sigmund lebt in Bonn.


Corinna Sigmunds Erstlingswerk „Hello – Goodbye“ ist viele Stücke: Es ist ein Stück über Liebe, die Tragödie Familie, den Wahnsinn im eigenen Hirn und die ewige Sehnsucht nach Ich-weiß-nicht-was. Das Zentrum bildet jedoch die Suche nach authentischen Gefühlen in der größten aller Metropolen - dem Internet.
Die Autorin Corinna Sigmund entwirft das Szenario des Rückzugs von "der Welt da draußen" anhand verschiedener Stimmen, aus denen sich zwei - nämlich 'Jin' und 'Kirik' - in besonderer Weise herausheben.
Der Text ist in fünf Sequenzen unterteilt. Der Stückstruktur liegt die Idee der Isolation insofern zugrunde, als dass es zwar einen dramaturgischen Faden gibt, aber keinen Höhepunkt. Die einzelnen Texteile können nach dem Baukastenprinzip miteinander vertauscht und in Beziehung gesetzt werden. So steht es dem Regisseur offen, das Stück in einer Zweierbesetzung zu spielen, in denen sich alle Stimmen auf die Identitäten von Jin & Kirik zurückführen lassen, oder eine Echokammer zu erzeugen, in der selbst die Figuren von Jin & Kirik auseinanderzufallen drohen.
(Theaterstückverlag)


In 'Hello - Goodbye' greift Corinna Sigmund das Phänomen des akuten Rückzugs aus der Gesellschaft auf, genannt Hikikomori. Eine Zivilisationskrankheit, die immer häufiger nicht nur in Japan auftritt. Junge Menschen aller Nationalitäten fühlen sich jeder gesellschaftlichen Verankerung entrissen, ziehen sich in ihre eigenen vier Wände zurück und beschränken Kontakte ausschließlich auf die virtuelle Welt des Internets.
(Begründung der Jury, Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg 2010)


Auszeichnungen
Förderpreis, Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg 2010
Technische Daten
Uraufführung 9.11.2010, Westfälische Kammerspiele Paderborn
Regie Julia Heinrichs
Personenzahl 1 Dame, 1 Herr
Rechte Theaterstückverlag
Übersetzungen Theaterbibliothek