Neue Theaterstücke des Kinder- und Jugendtheaters

„d‘Arquette“ von Daniel Ableev und Christian Kellner

„d‘Arquette“ © Colourbox.com

Daniel Ableev wurde 1981 in Novosibirsk geboren. Er absolvierte ein Studium der Komparatistik, Anglistik und Amerikanistik. Daniel Ableev lebt als freier Seltsamkeitsforscher in Bonn, schreibt für „Legacy“ und komponiert für "Freuynde + Gaesdte". Erste Veröffentlichungen sind unter anderem „Xaß“ (edition nove), „Sansabienne“ im „Jahrbuch der Lyrik 2009“ (S. Fischer) und „Wahnsinniggi“ (Autumnus).
Christian Kellner wurde 1983 in Koblenz geboren. Er absolvierte ein Studium der Germanistik und Philosophie, dazu Orientierungssuche im Motorradfahren und in der Ökonomie.


Das Stück d`Arquette von Daniel Ableev und Christian Kellner trägt die Unterzeile „Bissige Satire in einem Akt“: Zwei junge Leute, Domi und Vloo, Helden des Alltags, wollen am Abend ausgehen. Das will gründlich geplant und vorbesprochen werden. Wer kommt. Wer wann kommt. Wer nicht kommt. Wer wann wohin kommt. wer warum und wann wohin geht. Wer sich wann und warum und wo und sinnvollerweise und mit und ohne Tier und mit und ohne Freunden mit wem trifft und wie die Musik sein wird. Wie die Musik sein wird um elf, um eins, um drei oder vier und wohin man abwandern kann wenn die Musik nicht gut ist.
Das wäre auch schon die ganze Handlung, würde nicht der dreiste Dodoniel, eine der schillernden Comicwelt entsprungene Figur, die zwischen Horror und Lächerlichkeit changiert, die Überlegungen der beiden Figuren immer wieder unterbrechen. Zunächst unaufdringlich, dann drängender. Schließlich wird er die Figuren und ihren Bühnenauftritt zum Verlöschen bringen.

Ein harmloses Geplauder, wie es unter jungen Leuten so üblich ist? Weit mehr als das. Denn der Text „d`Arquette“ macht sich den small-talk junger Leute zunutze. Spielt mit deren Jargon, deren Redewendungen, spielt mit deren Sprache wie der Sprache überhaupt. Spielt mit deren von Klischees durchsetzten Floskeln, greift diese gekonnt auf. Die ohnehin reduzierte und auf armseligste Grammatik heruntergeschraubte Kommunikation der Figuren wird im Verlauf des Stückes immer weiter reduziert, bis die Eingeschränktheit der verbalen Äußerungen mehr und mehr ins Absurde abgleitet.
Ein geistvolles Stück, dass die Ungeistigkeit der Zeit mit feinem und mitunter auch brachialem Humor vorführt. Die Helden werden demaskiert – aber niemals denunziert.
(Aus der Begründung der Jury, Niederländisch-deutsches Kinder- und Jugendtheaterfestival Kaas & Kappes 2011)



Auszeichnungen
2. Preis des Niederländisch-deutschen Kinder- und Jugendtheaterfestivals Kaas & Kappes 2011
Technische Daten
Uraufführung frei
Personenzahl 3 Herren
Rechte Daniel Ableev
Übersetzungen Theaterbibliothek
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