Stücke

Ich habe Bryan Adams geschreddert

Franks Einladung zur jährlichen Sommerparty kann keiner entkommen. Er ist der Chef und heute auch der Gastgeber eines Teams, das soeben die Evaluierung überstanden hat. Frohsinn und Ausgelassenheit sind für diesen Abend am neuen Grill mit Notstromaggregat vorgegeben. Nur dass auch Christopher, der gerade geschasste Ex-Kollege, von Frank eingeladen wurde, ruft Unmut und Kopfschütteln hervor. Aber wird der Eingeladene auch kommen? Während Franks Frau Simone die Cocktails anrührt und sein Sohn über die eintreffenden Gäste ablästert ohne dabei die Eltern zu verschonen, entwickelt sich unter zunehmendem Alkoholeinfluss eine Gruppendynamik, die nur Betriebsfeiern zueigen ist.

Oliver Bukowski ist eine fulminante Mittelstandskomödie gelungen, die Ängste und Nöte einer noch funktionierenden Konsumgesellschaft beschreibt. Die Selbstoptimierung aller Beteiligten bis zur spätabendlichen Depression lässt sich bei Einheit von Zeit und Ort akribisch und detailliert verfolgen.
(Kiepenheuer Theater und Medien)

Stimmen zum Stück:

Durch „Ich habe Bryan Adams geschreddert“, das neue Stück von Oliver Bukowski, zieht sich ein schöner Running Gag. Verlässlich, schnell erledigt und erst auf den zweiten Blick mehr kluger dramaturgischer Kniff als Witz. (…) Das Thema, das Setting, die Figuren: Alles wirkt, als könnte man mühelos andocken, gut vorhersehen, wohin die Reise geht in der erodierenden, alten Arbeitswelt. Die vielen kleinen Peinlichkeiten zwischen beruflichen Überlebensstrategien und Entspannen mit den Fünf Tibetern? Die Penetration der Sprache durch Management-Floskeln? Noch einmal den Mittelstand demaskieren, bevor er sich selbst zu Grabe trägt?

Wenn man es sich ernsthaft überlegt, kann das Oliver Bukowski, einer der Großen im Geschäft, nicht wirklich ernst meinen. Alles gesagt, alles diskursiv verwurstet, alles dekonstruiert. Das ist der Trick und zugleich das Großartige an diesem Abend – man kann ihn als eine auf Nummer sicher gebaute Farce über den Untergang der alten Ordnung sehen: Reihenhaus-Mittelständler feiern sich in ihr soziales Aussterben hinein. Oder auch als eine genaue, bitterböse Bestandsaufnahme voller Finten und selbstreflexiver Momente.
(Stephanie Drees in Nachtkritik, 22.02.2014)

Technische Daten

Uraufführung 22.02.2014, Deutsches Theater Göttingen
Regie Michael Kessler
Personenzahl 3 Damen, 4 Herren
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