Elfriede Jelinek

Elfriede Jelinek (2016), (c) Karin Rocholl
© Karin Rocholl

Elfriede Jelinek wurde am 20. Oktober 1946 in Mürzzuschlag/Steiermark geboren und wuchs in Wien auf. Bereits mit vier Jahren erhielt sie Ballett- und Französischunterricht, in der Folgezeit eine umfassende musikalische Ausbildung. 1960 begann sie am Wiener Konservatorium Klavier und Komposition zu studieren. Nach dem Abitur 1964 wechselte sie an die Universität Wien und studierte Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte. 1967 brach sie ihr Studium ab und begann zu schreiben. Lyrik und Prosatexte erschienen in Anthologien und Literaturzeitschriften vor ihrer ersten Buchveröffentlichung mit „wir sind lockvögel baby“ (1970).
Elfriede Jelinek zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Gegenwartsautoren. 1979 wurde ihr erstes Theaterstück „Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte oder Stützen der Gesellschaften“ uraufgeführt, seither gefolgt von weiteren Theatertexten.
2004 wurde Sie mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Sie erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Georg-Büchner-Preis, den Mülheimer Dramatikerpreis (2002, 2004, 2009, 2011) und den Else-Lasker-Schüler-Preis für ihr dramatisches Gesamtwerk. Ihre Stücke wurden in unterschiedlichsten Interpretationen von Regisseuren wie unter anderem Jossi Wieler, Johan Simons, Frank Castorf, Christoph Schlingensief und vor allem Nicolas Stemann uraufgeführt.

Preise und Auszeichnungen:

  • 1973 Österreichisches Staatsstipendium für Literatur
  • 1978 Roswitha-Gedenkmedaille der Stadt Bad Gandersheim
  • 1979 Drehbuchpreis des Bundesinnenministeriums der Bundesrepublik Deutschland
  • 1986 Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln
  • 1994 Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum
  • 1994 Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen
  • 1996 Bremer Literaturpreis
  • 1998 Georg-Büchner-Preis
  • 2002 Theaterpreis Berlin
  • 2002 Heinrich-Heine-Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf
  • 2002 Mülheimer Dramatikerpreis für "Macht nichts"
  • Else-Lasker-Schüler-Preis 2003 für das dramatische Gesamtwerk
  • 2004 Lessing-Preis für Kritik
  • Nobelpreis für Literatur 2004
  • 2004 Mülheimer Dramatikerpreis für „Das Werk“
  • 2009 Mülheimer Dramatikerpreis für „Rechnitz (Der Würgeengel)“
  • 2011 Mülheimer Dramatikerpreis für „Winterreise“

    Theaterbibliothek - Übersetzungen

    Übersetzte Stücke von Elfriede Jelinek in der Theaterbibliothek

    Stücke

    Die Schutzbefohlenen

    Im Januar 2013 besetzten 60 Asylsuchende eine Wiener Kirche, um auf ihre Not aufmerksam zu machen. Den meisten von ihnen drohte bei Ausweisung in ihr Heimatland der Tod. Viele von ihnen wurden im Sommer aus Österreich ausgewiesen. Wenige Wochen später ertranken hunderte Asylsuchende aus Afrika vor der Küste von Lampedusa bei dem Versuch, Europa zu erreichen.Mehr ...

    Winterreise

    Franz Schubert komponierte die 'Winterreise' 1827, ein Jahr vor seinem frühen Tod. Elfriede Jelinek, die ab ihrem sechsten Lebensjahr Klavier lernte und später diverse Instrumente studierte, begleitet der Liederzyklus seit ihrer Kindheit.Mehr ...

    Die Kontrakte des Kaufmanns

    „Mit »Die Kontrakte des Kaufmanns« taucht Jelinek ein in die Welt der entfesselten Finanzströme. Ausgehend von österreichischen Wirtschaftsskandalen der vergangenen Jahre führt die unnachgiebige Aufklärerin Jelinek die Spekulationswut der Banker und Manager vor. Wie stets ist die Wirklichkeit aber nur Startrampe zum kunstvollen Spiel der maßlosen Übertreibung und oft komödiantischen Verzerrung.Mehr ...

    Rechnitz (Der Würgeengel)

    „Auf einer Party greift man zu fortgeschrittener Stunde zum Gewehr und ermordet aus einer Laune heraus knapp 200 Menschen. Ist etwas derartiges vorstellbar? Kaum, außer als Horrorvision. Dennoch haben Recherchen ergeben, dass es wohl genau so passiert ist.Mehr ...

    Ulrike Maria Stuart

    Zwei Königinnen streiten um die Hoheit des Diskurses. Elfriede Jelineks Stück lässt Schillers Maria Stuart und Elisabeth I. als Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin neu aufeinander treffen. Vereint nur noch im Widerspruch, zweifelnd die eine (Ulrike/Maria), von der Notwendigkeit des eigenen Tuns unbeugsam überzeugt die andere (Gudrun/Elisabeth), rufen sie noch einmal die Geschichte der RAF auf, die 1977, vor bald 30 Jahren, im Deutschen Herbst ihren blutigen Höhepunkt fand. Mehr ...

    Das Werk

    Das Stück, letzter Teil von Jelineks Alpentrilogie, befasst sich mit dem technischen Fortschrittswahn des Menschen, in höchstem Maße symbolisiert durch die Geschichte des Speicherkraftwerks in Kaprun.Mehr ...

    Werkliste - Auswahl

    • Das schweigende Mädchen
      UA 2014, Münchner Kammerspiele
    • Strahlende Verfolger
      UA 2014, Deutsches Schauspielhaus, Hamburg
    • Die Schutzbefohlenen
      UA 2014, Theater der Welt, Nationaltheater Mannheim
    • Aber sicher !
      UA 2013, Theater Bremen
    • Die Straße. Die Stadt. Der Überfall
      UA 2012, Münchner Kammerspiele
    • Schatten. Eurydike sagt
      UA 2012, Philharmonie Essen
      2013, Burgtheater (Akademietheater), Wien
    • FaustIn and out. Sekundärdrama zu "Urfaust"
      UA 2012, Schauspielhaus Zürich (Pfauen)
    • Kein Licht
      UA 2011, Schauspiel Köln
    • Winterreise
      UA 2011, Münchner Kammerspiele
    • Das Werk/Im Bus/Ein Sturz
      2010, Schauspiel Köln
    • Die Kontrakte des Kaufmanns
      UA Schauspiel Köln, 2009
    • Rechnitz (Der Würgeengel)
      UA Münchner Kammerspiele, 2008
    • Über Tiere
      UA Burgtheater (Kasino), Wien, 2007
    • Sportchor
      UA Deutsches Theater, Berlin, 2007
    • Ulrike Maria Stuart
      UA Thalia Theater Hamburg, 2006
    • Babel
      UA Burgtheater Wien, 2005
    • Irm & Margit Teil von Attabambi Pornoland ,
      UA Schauspielhaus, Zürich, 2004
    • Bambiland
      UA Burgtheater Wien, 2003
    • Das Werk
      UA Burgtheater (Akademietheater) Wien, 2003
    • Prinzessinnendramen: Der Tod und das Mädchen I - III und IV-V
      UA der Teile I - III Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 2002
      UA der Teile IV & V Deutsches Theater, Berlin, 2002
    • In den Alpen
      UA Münchner Kammerspiele in Koproduktion mit dem Schauspielhaus Zürich, 2002
    • MACHT NICHTS - Eine kleine Trilogie des Todes
      UA Schauspielhaus Zürich, 2001
    • Der Tod und das Mädchen II
      UA EXPO 2000 Hannover in Koproduktion mit dem Saarländischen Staatstheater Saarbrücken und ZKM Karlsruhe, 2000
    • Das Schweigen
      UA Deutsches Schauspielhaus, Hamburg, 2000
    • Das Lebewohl (Les Adieux)
      UA Berliner Ensemble, 2000
    • er nicht als er (zu, mit Robert Walser)
      UA Salzburger Festspiele in Koproduktion mit dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg, 1998
    • Ein Sportstück
      UA Burgtheater, Wien, 1998
    • Stecken, Stab und Stangl. Eine Handarbeit
      UA Deutsches Schauspielhaus, Hamburg, 1996
    • Raststätte oder Sie machens alle. Eine Komödie
      UA Burgtheater, Wien, 1994
    • Totenauberg
      UA Burgtheater (Akademietheater), Wien, 1992
    • Wolken.Heim.
      UA Schauspiel Bonn, 1988
    • Präsident Abendwind. Ein Dramolett, sehr frei nach Johann Nestroy
      UA Tiroler Landestheater, Innsbruck, 1992
    • Krankheit oder Moderne Frauen. Wie ein Stück
      UA Schauspiel Bonn, 1987
    • Begierde und Fahrerlaubnis (eine Pornographie)
      UA steirischer herbst Graz, 1986
    • Burgtheater. Posse mit Gesang
      UA Bühnen der Stadt Bonn, 1985
    • Clara S., musikalische Tragödie
      UA Bühnen der Stadt Bonn, 1982
    • Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte oder Stützen der Gesellschaften
      UA Vereinigte Bühnen Graz/steirischer herbst, 1979