René Pollesch

Prater-Saga, 1-5

"1000 Dämonen wünschen dir den Tod"
"Twopence-Twopence und die Voodoothek"
"In diesem Kiez ist der Teufel eine Goldmine"
"Diabolo - Schade, dass er der Teufel ist"
"Die Magie der Verzweiflung"

In seiner Gesellschaftssatire und Theater-Soap „Prater-Saga, 1-5“ läßt René Pollesch an fünf Theaterabenden in den lose miteinander verbundenen Stücken die bei ihm immer wiederkehrenden zentralen gesellschaftskritischen Themen von Globalisierung und Kapitalismus, dem Menschen als Ware oder freies Individuum in verschiedenen Variationen diskutieren.
Die Handlung dient dabei, wie in den Stücken zuvor, als Ausgangspunkt für die sich daraus entwickelnden Dialoge und Reflexionen der Schauspieler: In der Luxusvilla des ghanesischen Businessman Bigman in Accra drehen die Filmregisseurin Twopence-Twopence und der Dämon Diabolo einen Film in einer Mischung aus Bollywood-Stil und Voodooritual, um Bilder vom urbanen Leben der Reichen als Wunschkino zu produzieren. Dabei verliebt sich Bigman in Twopence-Twopence, die aber nur dessen Couch begehrt. Schließlich wird in einer Art Reality-Live-Show unter den Zuschauern und auf der Straße nach realen Darstellern für die zu drehende Saga gesucht, die schließlich in harten Verhandlungen ihre Gage auszuhandeln haben.
Weiter geht es schließlich im Diskurs um die uns täglich umgebende Bilderflut und wie diese überhaupt noch einzuordnen ist bis im letzten Teil der Schauplatz in eine schwedische Reihenhaussiedlung übergeht (die sich allerdings nur unwesentlich von der Wohnlandschaft der Luxusvilla im ersten Teil unterscheidet). Hier können die Personen noch einmal dem Wesen von Beziehungs- und Kommunikationsstrukturen sowie der Frage nach echter Liebe auf den Grund gehen.

Stimmen zum Stück:

„Die Prater-Saga erzählt von einer Welt in der man, …, die herrschende Maschine unserer Konzeption vom Menschen abstellen müsste, und sich in dieser Leere aufs Spiel setzen! Handlungen, die totales Unverständnis produzieren. Unbotmässige Handlungen die soviel Unverständnis produziern. Oder eben Nicht-Handlungen. Und für die hinlängliche Erklärungsmuster nicht mehr ausreichen. Sowas alles zu haben in einem Videofilm. Damit können wir an Bildern mitkonstruieren, die uns helfen, das Zeug das wir miteinander machen, auch irgendwie zu verstehen." (Volksbühne Berlin)

„Aber eigentlich geht es in der Pollesch-WG weder um Dämonen noch um Voodoo-Priester, …, sondern wie immer um die Liebe im speziellen, den Diskurs im allgemeinen und um die Frage, was zuerst da war, das Begehren oder das Wunschobjekt.“ (Peter Laudenbach, Der Tagesspiegel, 2.11.2004)

„Text ist im Pollesch-Theater kein Prinzip, das Identitäten herstellen soll, sondern ein Denkvorgang, dem Zuschauer und Schauspieler, beiderseits stets am Rande der Überforderung, vergnüglich beiwohnen.“ (Münchner Kammerspiele, 2006)


Technische Daten

Uraufführungen

Prater (Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz), Berlin, 14.10.2004; Prater (Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz), Berlin, 2004; Prater (Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz), Berlin, 10.12.2004; Prater (Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz), Berlin, 20.03.2005; Prater (Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz), Berlin, 20.03.2005

Regie René Pollesch; Jan Ritsema; GOB SQUAD; Stefan Pucher; René Pollesch
Personenzahl variabel
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