Stücke

Lieblingsmenschen

"Ein moderner Reigen: Jule studiert Schauspiel und trifft auf Anna, die Philosophie studiert und schon seit Jahren mit Philipp zusammen ist, der die ganze Zeit Medizin paukt und in einer WG mit Sven lebt, der gern Lili verführen möchte, die Psychologie studiert und dann doch lieber mit Darius schläft, der einfach seine Prüfungen nicht schafft und weiterhin von etwas ganz Großem träumt...
Lauter junge Leben aus der reinen Gegenwart, ohne große Erwartungen und ohne große Verpflichtungen - lauter Leben, deren Verlauf sich überall und ständig in schnellsten SMS-Botschaften übermitteln lässt. "Ich dachte, je mehr man erlebt, desto mehr ist man was." Das ist anstrengend, das macht nervös. Wie kann man wissen, wann und für was man sich hier entscheiden muss: für sein Studium, seine Beziehung oder eben einfach für ein gutes Leben...? Am Ende stoppt dieser ganz moderne Reigen. Mit einer unerwarteten Konsequenz ausgerechnet von demjenigen, der hier die ganze Zeit geschwiegen hat.
Die junge Schweizer Schauspielerin und Autorin Laura de Weck hat mit ihrem ersten Theaterstück "Lieblingsmenschen" ein unglaublich rasantes und rhythmisches Portrait einer heutigen Generation geschrieben - zwischen Erlebnishunger, Liebessehnsucht, Rastlosigkeit und ständiger Verunsicherung. Ein schmaler Grat liegt hier zwischen Absturz und Höhenflug. Und zwischen Komödie und Tragödie."
(Staatsschauspiel Dresden)

Stimmen zum Stück:

"Laura de Weck hält ihre Szenen und Bilder an der Oberfläche, ohne dass sie banal oder platt wirken. Vielmehr schimmern Abgründe und Absturzstellen durch. (…) Das Stück handelt von Studierenden, wie Laura de Weck selbst vor kurzem eine war. Ein Leben in der reinen Gegenwart, ohne Verpflichtungen und Vergangenheit. Ein Leben voller Möglichkeiten, und allmählich muß man sich für eine entscheiden. So sind die Figuren zugleich auf der Suche nach etwas beständigem, und sei es nur eine Liebesbeziehung, die über den flüchtigen Moment hinaus stimmt. Aber sie treffen sich nie länger."
(Julian Schütt, Weltwoche (Magazin), September 2007)

" 'Lieblingsmenschen' handelt von fünf Studenten, die sich mehr oder minder begabt durch ihre Studienzeit quälen. In leicht daher kommenden Dialogen, vorwiegend als SMS abgefasst, verfolgt der Leser die wechselnden "Beziehungskisten" dieser jungen Menschen, nimmt Teilhabe an deren Seelenverfassung und Selbstfindungswegen.
Der Autorin gelingt es auf schwungvolle Weise (…) mit abgehackten Wortfetzen eine für die heutige Zeit typische "Sprachlosigkeit" nachzuzeichnen. Sie liefert eine Art Zustandsbeschreibung der Unfähigkeit, sich offen auszutauschen mit all den daraus verpassten Chancen menschlicher Kommunikation."
(Diogenes Verlag)

"Man könnte auch leichthin behaupten, die Story drehe sich um die Ziellosigkeit der Jugend. Aber ein Bühnenseismograf wie der 77-jährige Regisseur Werner Düggelin widerspricht sehr treffend: ‚Ich glaube, die haben alle ein ganz großes Ziel: Das ist die Sehnsucht nach dem Paradies, das sind die Träume, das ist fast der Wahn, nicht einsam zu sein. Und vielleicht bei einigen der Wunsch, etwas Großes zu schaffen.'".
(Stephan Reuter, Theater Heute 07/2007)

Technische Daten

Uraufführung 29.03.2007, Theater Basel
Regie Werner Düggelin
Personenzahl 3 Damen, 2 Herren
Rechte Verlag Autorenagentur
Neue Schönhauser Straße 20
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