Stücke

Die Welt von hinten wie von vorne

Sie reden wie wandelnde Powerpoint-Präsentationen und brainstormen gerne mal spontan drauf los. Die Mitarbeiter von Deutschlands größter PR-Agentur MOVER UND SHAKER UND PARTNER wissen: Alles, was sie sagen, könnte der Claim für eine brillante Kampagne sein. In Diagrammen, Schautafeln und Excel-Tabellen zerlegen sie die Welt, um sie je nach Gemengelage wieder zusammenzusetzen: WELT GESTALTEN. Leben und Treiben an Bord einer PR-Agentur. Die Produkte des Prothesenherstellers sitgo sollen verkauft werden, die Karriere von Präsidentschaftsanwärter Professor Doktor Alexander Peter zerstört. Eine Bürgerinitiative ohne Bürger wird gegründet, Maßnahmenpakete geschnürt.
In „Die Welt von hinten wie von vorne“ geht es um Manipulation und Vertrauensvernichtung, um die Rückseite der Verschwörung: intelligent aufgefächerte, breit angelegte PR-Kampagnen, die in die Gesellschaft hineinwuchern, wobei sie so tun, als kämen sie aus ihr heraus. Alles steht ständig unter Inszenierungsverdacht.
(henschel SCHAUSPIEL)

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Stimmen zum Stück:

Frei nach dem Motto 'Wir brauchen keine Meinung, wir machen sie' wird in einer artifiziell vollendeten Sprechblasenpartitur Hohlformel mit Hohlformel gekontert und Hülse mit Hülse ausgehebelt –wobei die schönen Kollisionen, die dabei in verfahrenstechnischer Ähnlichkeit zu Pollesch oder Jelinek entstehen, jede Menge erhellenden Mehrwert abwerfen.
(Christine Wahl, Theater Heute, November 2013)


Sie bilden Meinungen, beeinflussen die Legislative und operieren doch meist fern der öffentlichen Wahrnehmung: Lobbyisten und Berater haben sich bedenklich tief in unserem parlamentarischen Regierungssystem eingenistet, was die Dramatikerin Felicia Zeller in ihrer Zeit als Hausautorin am Mannheimer Nationaltheater beschäftigte. Ihre Auseinandersetzung mit den Mechanismen der Macht gebar „Die Welt von hinten wie von vorne“, eine dichte Collage im Duktus der politischen Klasse.(…)
Von eigener Überlegenheit berauscht ist Zellers „Powerteam“ aus brainstormenden, teambuildenden, meetinghockenden Karrieristen bereit, der Welt Bewegung durch Aktivsätze vorzutäuschen. Sie sind käuflich und erfolgreich, ganz gleich ob es einer Kampagne für den fragwürdigen Prothesenhersteller „Sitgo“ oder einer Intrige gegen den unbequemen Präsidentschaftskandidaten und Beraterverächter Alexander Peter bedarf – die professionellen Phrasendrescher stürzen sich mit Eifer bis zur Selbstverleugnung in jede noch so aussichtslose Marketingstrategie. Unverbindlichkeit ist hier die Kardinaltugend (…).
(Dennis Baranski in Nachtkritik, 5.10.2013)

Technische Daten

Uraufführung 5.10.2013, Nationaltheater Mannheim
Regie Burkhard Kosminski
Personenzahl 2 Damen, 3 Herren
Rechte henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag Berlin GmbH
Alte Jakobstraße 85/86
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