Neue deutsche Dramatik - Stücke

Push up 1-3

Sie sind auf dem Sprung in die Chefetagen, in die Vorstandssitzungen, in die Auslandsvertretungen, oder sie stehen kurz vor dem beruflichen Aus: Sie werden gefeuert, kaltgestellt oder in den Voruhestand geschickt. Die Frauen und Männer in "Push up 1-3" arbeiten in den Büroetagen eines großen Konzerns, Schauplatz von drei Machtkämpfen, die jeweils von zwei Personen in gegenseitiger und erbarmungsloser Konkurrenz um berufliche und private Interessen ausgetragen werden.
Die Managerinnen Angelika, Führungskraft, und Sabine, junge Nachwuchsmanagerin spielen ihre unterschiedlichen Machtvorteile gegeneinander aus: Angelika unterstellt Sabine ein Affäre mit ihrem Mann, ebenfalls Vorgesetzter von Sabine. Diese bestätigt den falschen Verdacht, um vor der Konkurrentin ihre größere erotische Anziehungskraft herauszustellen, was ihr zum Verhängnis wird: Angelika feuert sie.
Auch Patrizia und Robert, die eine Affäre miteinander haben, versuchen, sich gegenseitig die Chancen wegzunehmen.
Ebenso Hans und Frank, die sich beide, genau wie die anderen, um den heissersehnten Job in Delhi beworben haben, machen die Erfahrung des gnadenlosen Auslese-Wettbewerbs, den der ältere Hans, trotz seiner Fähigkeiten und Fitness, gegenüber dem jüngeren Frank verliert.
Einzig das Wachpersonal scheint frei von dieser menschenunwürdigen Determinierung zu sein.

Stimmen zum Stück:

Schimelpfennigs Manager und Werbefuzzis sind vom Leistungsprinzip geistig und emotional dermaßen determiniert, dass sich ihr Handlungsspielraum auf dem Niveau von Isolationshäftlingen bewegt. Alle Köpfe beherrscht das gleiche Zwangsselbstbild von der rundum erfolgreichen, attraktiven, sexuell aktiven und -… immer wieder kurios - freien Persönlichkeit,die man sich allerdings erst an allen denkbaren Fronten glaubt erkämpfen zu müssen."
(Eva Behrendt, taz, 14.11.01)

Es ist ein unterhaltsames Stück, witzig, treffend, gut montiert - wohl das konkreteste, das Roland Schimmelpfennig je geschrieben hat. … Anders als in Schimmelpfennigs letztem Stück 'Die arabische Nacht', wo sich die erzählerische Fantasie zwischen einem arabischen Harem und einem deutschen Wohnblock verschlingt und gar Wunderliches hervorbringt, wahrt 'Push up' stets die Haltung und Form. Zwar steigen die Figuren zwischendurch aus ihren Dialogen aus und sprechen in Gedanken vor sich hin, insgesamt herrscht ein für Schimmelpfennigs Vorlieben erstaunlicher Realismus in Sachen Wirklichkeitsabbildung.
(Christine Dössel, SZ, 13.11.01)

Technische Daten

Uraufführung Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin, 10.11.2001
Regie Thomas Ostermeier
Personenzahl 4 D, 4 H, Wechseldekoration
Rechte S. Fischer Verlag GmbH
Theaterabteilung
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