Neue deutsche Dramatik - Stücke

Unschuld

"Eine Stadt am Meer in Europa: Elisio und Fadoul sind illegale schwarze Immigranten, sie haben eine Frau ins Meer gehen sehen und ihr nicht geholfen. Der eine kann nicht mehr schlafen, der andere findet eine Tüte voller Geld.
Absolut ist eine junge blinde Frau, die nackt tanzt im 'Blauen Planeten' für die Männer, die sie sehen können. Frau Habersatt bittet um Vergebung für Taten, die sie nicht begangen hat. Franz hat eine Aufgabe für sein Leben gefunden: er arbeitet in einem Bestattungsunternehmen, er versorgt die Toten. Seine Frau Rosa möchte ein Kind von ihm. Die Mutter von Rosa, Frau Zucker, hat Zucker und übergibt die Verantwortung für sich an Rosa und Franz: sie zieht bei ihnen ein. Ella, eine alternde Philosophin, hat ihre Bücher verbrannt und glaubt nur noch an die Unzuverlässigkeit der Welt.
Die vielleicht wichtigste Dramatikerin ihrer Generation, Dea Loher, hat ein neues Stück geschrieben: Geschichten vom Rande unserer Gesellschaft, 19 Szenen voller Trauer und verzweifelter Komik. Ein auf den ersten Blick zutiefst pessimistisches Stück, dabei ganz hell und klar erzählt. Sein verhaltener Optimismus ist spürbar in der Schönheit der Sprache und in dem Überlebenswillen der Figuren."
(Thalia Theater Hamburg)

Stimmen zum Stück:

"Fadoul und Absolut sind zwei Unglücksmenschen aus Dea Lohers neuem Stück ‚Unschuld' (…). Es geht darin um große Menschheitsfragen und kleine Alltäglichkeiten, um alles, was unser Leben so unerträglich schwer und sinnlos macht - aber auch um die leise Hoffnung, dass es doch einen Ausweg gibt, einen Weg zumindest oder ein Ziel. ‚Unschuld' ist eine vielstimmige Theaterpassion über den Zustand der Welt, zusammengefügt aus lauter kleinen Einzelschicksalen (…), ihr (Dea Lohers, Anm. der Red.) wahrscheinlich bester, dichtester, privatester und zugleich welthaltigster Text, eine poetische Elegie von sprachlicher Schönheit und Kraft, getragen von dunkler Wehmut ebenso wie von sarkastischem Grimm."
(Christine Dössel in: Süddeutsche Zeitung, 14.10.2003)

"Dea Loher knüpft sehr kunstvoll ein dichtes Netz kleiner Mord- und Selbstmord-Geschichten, erfindet die mediale Inszenierung des alltäglichen Wahnsinns in absurden Figuren-Konstellationen neu."
(Stefan Grund in: Die Welt, online-Ausgabe, 13.10.2003)

" In 19 kleinen Geschichten skizziert Dea Loher diese gesellschaftlichen Grenzgänger und Wirrköpfe. Zeigt traurige und komische Ausschnitte aus deren Leben. Zeigt Alltag, Krankheit und Tod. Erzählt von ihren Sehnsüchten, ihrer Schuld und, nicht zu vergessen, ihrer Unschuld. Im Lauf des Stücks begegnen sich alle Figuren wieder, ihre Schicksale vernetzen sich und werden schließlich zu einer ganzen Geschichte - einer über die Tristesse der Gegenwart."
(Katrin Ullmann in: Der Tagesspiegel, online-Ausgabe, 13.10.2003)

Technische Daten

Uraufführung 11.10.2003, Thalia Theater Hamburg
Regie Andreas Kriegenburg
Personenzahl 6 D, 8 H
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