Neue deutsche Dramatik - Stücke

Wörter und Körper

Das Stück spielt auf dem Vorplatz des Bahnhofs. Menschen sind unterwegs und Geschichten kreuzen sich. Eine Frau will Klarheit in ihr Leben bringen und die Affäre mit ihrem verheirateten Geliebten beenden. Ein Landstreicher fühlt sich vom Geheimdienst verfolgt. Eine Mutter hat mit ihrem Kind den prügelnden Ehemann verlassen und weiß nicht wohin.
Die Figuren sind Pendler. Sie pendeln zwischen Neugier und Abwehr, zwischen Zuneigung und Selbstgespräch. Es herrscht ein Kommen und Gehen. WÖRTER UND KÖRPER ist ein Stück über Abschied und Aufbruch. Es erzählt von Zwischenzeiten und den Momenten der Entscheidung. Es erzählt von Menschen in der Krise und auf dem Weg. In kurzen Szenen erklingt die Melodie einer Stadt. Von niemandem bemerkt, hält eine Frau ihre Abschiedsrede an die Welt. Dann tritt die Zeit auf und steht für einen Moment still. WÖRTER UND KÖRPER ist ein Stück über die Frage nach dem Zusammenhang und über die Möglichkeiten des Miteinander. Was erhoffen wir uns, wenn wir uns ins Gespräch setzen? Ist das Gegenüber eine Bedrohung oder möglicherweise der Erlöser? Und nicht zuletzt: wie lässt sich Ja sagen zum Durcheinander und zur Überforderung?
(Martin Heckmanns)

Stimmen zum Stück:

"Wörter und Körper: Das sind die wesentlichen Bestandteile des Theaters. Wobei es immer dann interessant wird, wenn zwischen den Wörtern und den Körpern Ungereimtheiten entstehen. Martin Heckmanns' ‚Wörter und Körper' ist eine Serie von solch kleinen Schräglagen. (…) Souverän gelingt dem Autor die Balance aus poetischem Tiefgang und ironischer Leichtigkeit, die Dialoge sind schnell, die Situationskomik ist beträchtlich.
‚Wörter und Körper' ist ein Stationendrama, das nicht nur formal an Botho Strauß' Siebzigerjahreklassiker ‚Groß und Klein' erinnert.Auch Heckmanns entwirft ein Gesellschaftspanorama, in dessen Zentrum eine etwas wunderliche Frau steht. Hier ist es die 38-jährige Lina Sommer, die aus irgendeinem Grund ein wenig aus der Spur geraten ist"
(Wolfgang Kralicek, Mülheimer Theatertage 2007)

"Lina, die junge Frau ohne Freunde, Ziele, nahe Verwandte, geht durch den Alltag und bringt Unruhe. Sie ist eine zerstreute Heilige, wie man sie von Botho Strauß (Groß und Klein) oder aus einem Film von Krisztof Kieslowski kennt. Sie stört die Menschen und erweckt sie; sie sprengt Ehen und belebt sie. Sie ist eine Zusammenhangstifterin. Jene, die sie verlässt, spüren plötzlich, daß etwas fehlt. Wildfremde Menschen knüpfen Augenblickbündnisse, aber tiefere Zusammenhänge gibt es nicht."
(Peter Kümmel, in DIE ZEIT, 15.02.2007)

Technische Daten

Uraufführung 10.02.2007, Schauspiel Staatstheater Stuttgart
Regie Hasko Weber
Personenzahl 4 Damen, 7 Herren
Rechte Suhrkamp Verlag
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