Neue deutsche Dramatik - Stücke

Death Valley Junction

Ein Liebespaar, Valery und Desmond, trifft sich in der Wüste, unter anderem an einer Stelle namens "Dante`s View". Die Beiden erleben dort sowohl miteinander, als auch in der Begegnung mit anderen – einem weiteren Paar mit Motorrad, einem Drogenabhängigen, einem Mann am Pool – nur als surreal zu bezeichnende Geschichten, die alle darauf hinauslaufen, dass Desmond aus nicht weiter genannten Gründen sterben muss. (...) Alles, was er erlebt, ist eine Art Fata Morgana, ein Rausch und ein Traum zugleich. Es gibt nur noch eine Ahnung von Erwachen, aber nicht mehr das Erwachen selbst.
(Christel Weiler in "Stückwerk 3", Berlin 2001)

Stimmen zum Stück:

Ostermaier erfindet im Death Valley, in der amerikanischen Salzwüste von Badwater (...) einen Film fürs Theater: kurze Szenen, harsche Schnitte. Cut und black. Er zeigt Menschen auf der Suche nach ihrem Ich, ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft. Sie verfolgen verworrene Fährten. Sie fallen von der Realität in den Traum. Sie spielen selbst dann noch, wenn sie längst ausgespielt haben. Sie suchen ihre Schuld, wollen begreifen, was ihnen geschieht, was mit ihnen geschieht und kommen einander, kommen sich selbst nicht auf die Schliche.
Ostermaiers Reise führt in das Inferno Identität, wo ausgelöscht, verwischt, gelogen wird. Er schickt seine Menschen (...) in trügerische Fiktionen und verkehrte Wirklichkeiten. Ostermaier geht es um die Sehnsucht, das eigene Leben zu gestalten in einer Gesellschaft, in der die Kommunikationsunfähigkeit der Figuren die einzige Bewegung ist. Sie sind on the road zu sich selbst – und kommen nie an.
(C. Bernd Sucher in der Süddeutschen Zeitung, 22. Februar 2000)

Technische Daten

Uraufführung Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Februar 2000
Regie Nicolas Stemann
Personenzahl 2 D, 6 H, Grunddekoration
Rechte Suhrkamp TheaterVerlag
Lindenstr. 29 - 35
60325 Frankfurt /Main
Tel. 069/75601-701, Fax 069/75601-711
theater@suhrkamp.de
Übersetzungen Theaterbibliothek
Stückabdruck Theater heute 4 / 00, S. 62 - 69