Neue deutsche Dramatik - Stücke

Transdanubia Dreaming

Der ledige und dickliche Wiener Stadtgärtner Manfred, genannt "Fredi", empfindet sich als Feigling und Verlierer und klagt über seine einsames Leben, das sich zwischen dem Weinlokal Prinoszil und dem Kebabstand "Döner Sheriff" im Wienerwald abspielt, den nach wie vor skurrile Passanten bevölkern.
Die Jugend fällt übereinander her, die alten Witwen stopfen Kuchen in ihre leeren Herzen und observieren das Geschehen. Bis Jennifer auftaucht, die zu stark geschminkte Postangestellte, die sich von ihrem jähzornigen Macker trennen will, und alles hoffnungsvoll durcheinanderbringt. Vor allem Fredis Innenleben. Döner- und Rosenaktien steigen rasant. Dann überhitzt sich ein national gesinntes Taxifahrerhirn, und der Dönerstand geht in Flammen auf. Und plötzlich mausert sich Fredi auf seine eigene Art zum veritablen Tatmenschen und Liebhaber."
(henschel SCHAUSPIEL)

Stimmen zum Stück:

"Die Figuren entzücken uns mit ihrer Depression, weil der Autor ganz offensichtlich seine Figuren wirklich mag, vielleicht sogar liebt und das ist ja eine Seltenheit im neueren Drama, denn sobald Autoren darangehen, die Abgründe des Menschen aufzutun, da führen sie sich auf wie Ringrichter und stehen haushoch über ihren Geschöpfen. Studlar lässt seinen Figuren den Vortritt und erzählt also ganz ohne Hochmut. Und vielleicht ist dieses Unhochmütige auch ein bisschen das Geheimnis von Komik in der Dramatik: Der Autor selbst muss erst leise werden in seinen Figuren, damit dann die Zuschauer um so lauter werden können in ihrer Fantasie oder in ihrem Lachen."
(aus der Laudatio zum 1. Preis des Heidelberger Stückemarktes von Moritz Rinke)

" ‚Transdanubia Dreaming', in dem über Einsamkeit und Heimat mit derselben mildeinfühlenden Bosheit gehandelt wird wie über das Verhältnis der depravierten Kneipeninsassen zu Krüppeln, Nazis, Juden und Ausländern, über Tod, Liebe und die Leidenschaft zu Zigaretten, ist vielmehr eine Komödie, die wenn überhaupt an irgendwen, an die Dialog-Prosa der jungen Jelinek erinnert: ein schwarzes Stück Sanftheit, weil das Böse und der Grusel halt der ganz einfache Alltag sind… ."
(Frauke Meyer-Gosau, Theater Heute 1/2002)

Technische Daten

Uraufführung 31.01.2003, Akademietheater, Wien
Regie Nicolas Brieger
Personenzahl 4D, 7H, Grunddekoration
Rechte henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag GmbH
Marienburgerstr. 28
10405 Berlin
Tel: 030-44318888, Fax: 030-44318877 verlag@henschel-theater.de
Übersetzungen Theaterbibliothek