Neue deutsche Dramatik - Stücke

Die Liste der letzten Dinge

Pia und Helen, zwei Frauen mittleren Alters, sind entschlossen, die Welt von sich zu erlösen.
Einander in Hassliebe verbunden, warten sie auf den Inquisitor, um letzte Dinge durchzugehen – Dinge, die allerdings auch ohne ihn schon jetzt zur Sprache kommen. Bis eine jüngere dritte Frau erscheint, Georgina, die in Helen und Pia ungute Erinnerungen und böse Vorahnungen weckt.

(Rowohlt Theaterverlag)

Stimmen zum Stück:

„Miteinander und gegeneinander suchen die zwei Frauen Sinn – in ihrem Leben und womöglich darüber hinaus. Sie haben sich nicht abgefunden, wie sie ganz richtig selbst konstatieren, und das verleiht ihnen eine ungeheure Energie und eine ziemlich aberwitzige Fantasie. Während Helen sich von einem Erkenntnisgewinn zum nächsten aufschwingt, versucht Pia buchstäblich, den Boden unter den Füßen zu behalten. Welche verborgenen Kräfte in den beiden stecken, tritt allerdings erst vollständig zutage, als eine Dritte den komplizierten Mechanismus dieser Beziehung stört. In ihrem neuesten Stück entwirft Theresia Walser Figuren, deren Wahrheit man nicht durch das Zusammenpuzzeln von biografischen Versatzstücken auf die Spur kommt. Im Gegenteil scheint jeder Hinweis, den sie gibt, nur die Aufforderung zu einem Gedankenspiel, das die Frage nach verschiedenen Lebensmöglichkeiten stellt, aber nicht beantwortet.“

(Bayerisches Staatsschauspiel)

„Zwei mittlere Durchschnittsmenschen allein zu zweit, zwischen sich und der Ewigkeit nichts als ihr Rededrang – etwas Besseres kann Theresia Walser für ihre dramatische Sendung nicht passieren. Mit Handlung ist ihren Figuren nicht gedient, dazu würde es Entschlüsse brauchen, Anfang und Ende oder wenigstens Sinn und Zweck. Aber wo soll man dergleichen hernehmen, wenn der Alltagein Einerlei ist und man schon genug zu tun hat, das verschwommene Grau wengstens verbal erträglich durchzugestalten. Wozu hat der Mensch schließlich Vorstellungskraft, wenn er sich nicht in irgendeinem Gewerbegebiet,…, Geschichten oder deren Schnipsel herbeierzählen kann, wie es gewesen sein könnte oder vielleicht noch sein wird, wenn die Wirklichkeit mit dem Redestrom verschmilzt und die flache Lebenslandschaft dadurch zumindest ideell ein bißchen hügeliger wird.“

(Franz Wille, Theater Heute 10/2006)

Technische Daten

Uraufführung

7.07.2006, Bayerisches Staatsschauspiel, Haus der Kunst

Regie

Schirin Khodadadian

Personenzahl

3 Damen

Rechte

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