Neue deutsche Dramatik - Stücke

Sex

Justine del Corte entwirft in Sex ein Panorama der Sexualität. Gestreift werden alte und junge Paare. Annäherung und Ablehnung. Lust und Ekel. Ursprung und Ursprünglichkeit. Über allem liegt die Metaphorik des Wassers. Getragen von den Wellen der Lust und getaucht in die Weichheit dieses nassen Elements drängt sich das Feuchte in die Bildlichkeit. Aus Frauen werden Nixen, aus Geliebten Schwäne, Kinder schwappen aus den Bäuchen ihrer Mütter und Zeugungen werden begleitet von Meeresassoziationen.

Die Auseinandersetzung mit Sexualität in der Spannbreite menschlicher Verhaltensweisen lässt hier auf poetische Art und Weise, gleichzeitig aber auch mit Absurdität und Brutalität, die Höhen und Tiefen zwischenmenschlicher Annäherungen entstehen.
Stimmen zum Stück:
„Der Junge und das Mädchen, sie sind auf dem Weg zu ihm, gleich werden sie miteinander schlafen. Oder das Paar um die 30, gerade haben sie versucht ein Kind zu zeugen, nun erzählen sie sich, woran sie dabei dachten: an ihre Kindheitsängste. Oder die Mittvierzigerin, die einen Jüngling mit nach Hause nimmt, um sich zu fühlen wie damals, als sie 17 war. Immer geht es um das Eine in Justine del Cortes jüngstem Stück, immer aber geht es auch darum, wie fremd sich die Körper bleiben, wie das Begehren die Sprache übersteigt und wie die Sehnsüchte trotz allem keine Befriedigung finden. Ein moderner ,,Reigen", dessen Szenen oft ins Grotesk-Komische kippen und der zugleich viel von Angst und Vergänglichkeit weiß.“
Technische Daten:
Uraufführung 24.10.2008, Schauspielhaus am Pfauen, Zürich (Schiffbau Halle 2)
Regie Matthias Hartmann
Personenzahl 10 Damen, 6 Herren, (Doppelbesetzungen möglich), 1 Schwan, Verwandlungsdekoration
Rechte Fischer Theater und Medien
Übersetzungen Theaterbibliothek