2009

After the Fall - ein europäisches Theaterfestival

Christian Wolter Autobahn A 20, vorläufiges Ende Kreuz Hamberge bei Lübeck 2005

Vom 31. Oktober bis 8. November 2009 laden das Goethe-Institut, das Theaterbüro Mülheim an der Ruhr und das Staatsschauspiel Dresden sieben der 16 Inszenierungen, die für „After the Fall“ entstehen und entstanden sind, zu einem europäischen Theaterfestival ein. Die ausgewählten Produktionen spiegeln die verschiedenen Wahrnehmungen und Folgen des historischen Ereignisses des Mauerfalls in den europäischen Gesellschaften wider und geben einen Einblick in die unterschiedlichen Theaterlandschaften. Die eingeladenen Inszenierungen werden begleitet von Diskussionen und einer Vortragsreihe mit namhaften Referenten, veranstaltet von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Alle Festivaltermine auf einen Blick

Download SymbolFestivalkalender herunterladen (PDF, ca. 200 kb)
Download SymbolProgramm der Vortragsreihe in Dresden (PDF, ca. 200 kb)
Download SymbolProgramm der Vortragsreihe in Mülheim (PDF, ca. 150 kb)
 

Die sieben Inszenierungen


Gegenmittel (Antidot)

von Nicoleta Esinencu
Deutsch von Marina Neacşu / Rumänisch mit deutschen Übertiteln
Aus Chişinău, Republik Moldau / Mobile European Trailer Theatre
Foto: Florin Tabirta Abstumpfung gegenüber Gewalt, Waffen und Krieg. Töten als Mittel politischer Manipulation. Dunkel ist die Welt vor und nach dem Mauerfall in dem Theaterstück Gegenmittel. Die Republik Moldau wurde nach dem Zerfall der Sowjetunion unabhängig, doch Esinencu beschreibt ein Land am Rande Europas, in dem die alte Mentalität und der Zynismus der Mächtigen unverändert weiterleben. Mehr...


Für alle reicht es nicht

von Dirk Laucke
Aus Dresden, Deutschland / Staatsschauspiel Dresden
Das Paar Jo und Anna findet auf seinen krummen Wegen in der ehemaligen DDR einen Lastwagen mit chinesischen Flüchtlingen und weiß nicht so recht, was mit ihnen anzufangen ist. Für alle reicht es nicht ist kein Stück über die Wende, sondern über die Not, heute sein Auskommen zu finden. „Die Mauer steht noch. Sie ist nur nach außen gerückt“, so der Autor Dirk Laucke. Mehr...


Warten auf den Türken (Czekając na Turka)

von Andrzej Stasiuk
Deutsch von Olaf Kühl / Polnisch mit deutschen Übertiteln
Aus Krakau, Polen / Stary Teatr
Am alten Grenzübergang zwischen Polen und der Slowakei treffen ehemalige Schmuggler, junge und alte Grenzer und eine Kioskverkäuferin aufeinander. Die Runde repräsentiert Typen und Generationen im heutigen Polen, die zwischen der Sehnsucht nach alter Ordnung und einer neuen, verheißungsvollen Zukunft schwanken. Das Stück ist eine böse Farce, das an die Tabus der polnischen Gesellschaft rührt. Mehr...


Der Fälscher (Falsifikator)

von Goran Marković
Deutsch von Gudrun Krivokapic / Serbisch mit deutschen Übertiteln
Aus Belgrad, Serbien / Beogradsko Dramsko Pozorište
Goran Marković fahndet in Der Fälscher nach den Ursachen des Zerfalls von Jugoslawien nach 1989 und kehrt dabei zurück zu den Zeiten unter Tito. Sein Stück beschreibt am Beispiel des idealistischen Fälschers Anđelko anspielungsreich das Scheitern der jugoslawischen Utopie des Dritten Weges. Zurück bleibt eine Gesellschaft ohne Ideale und voller Gewalt. Mehr...


Die Geschichte der Zukunft (Fremtidens Historie)

von Christian Lollike
Deutsch von Gabriele Haefs / Dänisch mit deutschen Übertiteln
Aus Kopenhagen, Dänemark / Det Kongelige Teater
In Die Geschichte der Zukunft spürt Christian Lollike einer seit 1989 zunehmend unübersichtlicheren Welt nach. Fünf Schauspielerinnen springen in verschiedene Figuren und Situationen; sie erfinden u. a. die Figur einer Taxifahrerin als Verkörperung des Durchschnittsbürgers und arbeiten mit einer Montage von theoretischen Abhandlungen, journalistischen Reportagen, philosophischen Diskursen, Reklameslogans und Filmzitaten. Mehr...


WennMädchentötenkönnten (Omflickorkundedöda)

von Åsa Lindholm
Deutsch von Jana Hallberg / Schwedisch mit deutschen Übertiteln
Aus Linköping, Schweden / Östgötateatern
In einem wohlfahrtsbetäubten Land von Sicherheits-Junkies lebten drei Mädchen, die sich „eine Weiße, eine Gelbe, eine Schwarze“ nannten. Ihre schwedische Bullerbü-Kindheit endete ganz plötzlich an einem Frühsommertag. Heute sind sie erwachsen und wundern sich über die Gegenwart. Die großen historischen Umwälzungen wie der Fall der Mauer wurden in diesem Land nur aus der Ferne verfolgt. Mehr...


Die Mauer (Zidul)

von Theodora Herghelegiu
Deutsch von Victor Scoradet / Rumänisch mit deutschen Übertiteln
Aus Ploieşti, Rumänien / Teatrul Toma Caragiu
Groteske Alltagsdialoge, die gescheiterte Protestaktion einer Theatergruppe und das Einstimmen in ein rumänisches Volkslied sind Teile des Triptychons Die Mauer. Das Stück beschreibt die rumänische Gesellschaft als eine zutiefst zerrissene, in der die Verletzungen der Diktatur nicht vernarbt sind und soziale Ideen von Gleichgültigkeit verdrängt werden. Zugleich reflektiert es die Situation des rumänischen Gegenwartstheaters. Mehr...